https://www.faz.net/-gqe-9cnix

Autoindustrie : EU-Kommission befürchtet neuen Abgasschwindel

  • Aktualisiert am

Der Streit um Autoabgase geht weiter. Bild: dpa

Ein neues Testverfahren soll die Luft in den Städten verbessern. Doch innerhalb der EU-Kommission wächst offenbar die Sorge, dass die Autohersteller abermals tricksen könnten.

          Die EU-Kommission hat Medienberichten zufolge Hinweise auf neue Abgasmanipulationen durch Autohersteller. Nach Vorabberichten der „Financial Times“ und des „Handelsblatts“ vom Dienstag geht es um die Einhaltung der ab 2020 geltenden Grenzwerte. Einige Hersteller hätten ihre Testfahrzeuge so konfiguriert, dass die Messungen nach dem neuen Testverfahrensstandard WLTP überhöht sein könnten, zitierten beide Blätter aus einem Papier der Kommission.

          Mit den überhöhten Werten solle die Ausgangsbasis für künftige verpflichtende Einsparungen zugunsten der Hersteller manipuliert werden, lautet der Vorwurf an die Firmen. Durch das Verhalten der Autobauer ergebe sich das Risiko, dass die geplanten EU-Einsparziele für den Flottenausstoß bis 2025 und 2030 unterlaufen würden.

          Der Bericht basiert auf Einschätzungen von Experten des „Joint Research Centers“, einer Forschungseinrichtung der Kommission. Im Durchschnitt hätten die von den Herstellern angegeben Emissionen um 4,5 Prozent über dem tatsächlichen Ergebnis gelegen, zitiert das „Handelsblatt“ aus dem Papier. Das „Joint Research Center“ war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

          Das neue WLTP-Messverfahren orientiert sich stärker am wirklichen Fahrverhalten als bisherige Messverfahren. Neue Modelle müssen seit vergangenem Jahr nach dem neuen Verfahren getestet werden.

          Weitere Themen

          Wie brotlos ist die Kunst?

          Freie Künstler : Wie brotlos ist die Kunst?

          Können normale Künstler von dem Verkauf ihrer Werke leben? Begegnungen mit den F.A.Z.-Karikaturisten Greser und Lenz, einem Hersteller von Buchstützen und einem Studienrat.

          Topmeldungen

          Anschläge auf Sri Lanka : „Er war doch noch so jung“

          Einen Tag nach den Anschlägen auf Sri Lanka werden die Trümmer weggeräumt, und die Angehörigen der Opfer trauern um die Toten. Fragen nach dem Sinn werden mit betretenem Schweigen beantwortet. Ein Besuch in einem Land, das gespalten ist.

          FAZ Plus Artikel: Verursacht Glyphosat Krebs? : Die Schlacht der Gutachter

          Amerikanische Gerichte sollen klären, ob Glyphosat Krebs verursacht. Bayer streitet das ab und beruft sich auf die Wissenschaft. Doch sind die amerikanischen Jurys nur emotional – oder ist auch die Wissenschaft gar nicht so eindeutig?
          Mikroskopische Aufnahme von kristallinen Nanobändern aus schwarzem Phosphor. Die Dicke der Bänder variiert zwischen  einer (links) und fünf Atomlagen (rechts).

          2D-Materialien : Konkurrenz für das Wundermaterial?

          Graphen gilt als das perfekte 2D-Material. Seine Eigenschaften sind unschlagbar. Doch filigrane Nanobänder aus Phosphor könnten den dünnen Kohlenstoff-Schichten bald den Rang ablaufen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.