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Neue Autos statt Nachrüstung : Autobauer verweigern Garantie für umgerüstete Diesel

  • Aktualisiert am

Der Diesel macht Probleme. Bild: dpa

Der Nachrüster trage die Verantwortung für umgebaute Autos, findet der Präsident des Autoverbands VDA. Die Grünen geben Andreas Scheuer die Schuld für die Fahrverbote. Und die EU-Kommission sieht CO2-Grenzwerte als Jobmotor.

          Die deutschen Autohersteller wollen für umgerüstete ältere Diesel offenbar keine Garantie übernehmen. „Wir können keine Garantie für ein Fahrzeug übernehmen, in das nachträglich Abgasreinigungssysteme Dritter eingebaut wurden“, sagte der Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, der Zeitung „Welt“.

          „Wenn ein Kunde sein Fahrzeug umbauen lässt, dann tragen er und der Nachrüster auch die Verantwortung für mögliche Folgeschäden“, sagte Mattes weiter. Er sprach sich für eine „rasche Bestanderneuerung“ als Alternative zu Nachrüstungen aus: „Die Luftqualität steigt, der Kunde hat ein neues Auto oder einen jungen Gebrauchten.“

          Verteidigung der Autobauer

          In dem Gespräch sagte Mattes, dass er nachvollziehen könne, wenn einige Leute wegen des Dieselskandals mit der Automobilindustrie haderten: „Die gesamte Branche hat dadurch an Glaubwürdigkeit und Vertrauen verloren.“

          Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, hat trotz der Dieselkrise gut lachen.

          Gleichzeitig verteidigte er die Anstrengungen der Autobauer. Zwei Drittel der Elektroautos in Deutschland kämen von deutschen Konzernmarken. Zudem würden die Hersteller in den nächsten drei Jahren 40 Milliarden Euro in die Elektromobilität investieren und die Anzahl der Modelle von 30 auf 100 steigern.

          „Jahr der Vertrauens-Nachrüstung“

          Nichtsdestotrotz forderte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Donnerstag von den Autoherstellern mehr Einsatz. „2019 muss nicht nur die Diskussion um die Hardware-Nachrüstungen zum Ergebnis führen, sondern es muss auch das Jahr der Vertrauens-Nachrüstung für die deutschen Hersteller sein“, sagte der Scheuer der Deutschen Presse-Agentur. Die Autobauer sollten selbstkritisch nachdenken, was sie besser machen könnten. „Und die deutschen Hersteller haben verdammt viel gutzumachen.“ Sie müssten Vertrauen und Image bei den Kunden zurückgewinnen.

          Die Grünen machen derweil Scheuer selbst für die Diesel-Fahrverbote in deutschen Städten verantwortlich. Bundestags-Fraktionsvize Oliver Krischer sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Maßnahmen der Bundesregierung für bessere Luft in Städten brächten entweder wenig oder kämen um Jahre zu spät. „Es werden weiter Fahrverbote verhängt, die lange bestehen bleiben. Für die meisten Fahrer von älteren Dieselfahrzeugen gibt es keine Lösung.“

          Ebenso brächten die Software-Updates der Hersteller wenig. „Verkehrsminister Scheuer kann noch so viel lamentieren, am Ende ist er für diese Fahrverbote verantwortlich, weil er sich bei der Hardware-Nachrüstung nicht mit den Herstellern angelegt hat“, so Krischer.

          CO2-Grenzwerte sollen Jobs schaffen

          Neben den drohenden Fahrverboten und den geforderten Dieselnachrüstungen stellen auch die kürzlich verabschiedeten CO2-Grenzwerte die deutschen Autobauer vor Probleme. Das ist ein weiterer Grund für die steigenden Investitionen in Elektoautos. Volkswagen-Chef Herbert Diess sprach im Oktober von einem Feldzug gegen das Auto und bezifferte die Chancen der deutschen Autoindustrie, in zehn Jahren weiterhin zur Weltspitze zu gehören, auf „50:50“. Zudem würde der Umstieg auf Elektroautos zu massiven Arbeitsplatzverlusten in Deutschland führen.

          Die EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska widersprach diesen Warnungen nun. „Ich glaube nicht an diese Weltendszenarien für die Autoindustrie“, sagte die Polin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Europäische Kommission gehe davon aus, dass das vor Weihnachten beschlossene Kohlendioxid-Reduktionsziel insgesamt sogar positive Arbeitsplatzeffekte haben werde.

          Zwar seien Jobs, die eng mit dem Verbrennungsmotor verbunden seien, in Gefahr. „Aber es werden Plätze in anderen Sparten geschaffen, zum Beispiel im Bereich der elektrischen Mobilität oder Plug-in-Hybriden, aber auch in anderen Maschinenbausektoren oder der Telekommunikation.“

          Die EU-Institutionen hatten sich Mitte Dezember auf unerwartet strenge Grenzwerte für den CO2-Ausstoß geeinigt. Neuwagen sollen demnach bis 2030 rund 37,5 Prozent weniger CO2 ausstoßen, als Zwischenziel wurde ein Minus von 15 Prozent bis 2025 vereinbart. Deutschland hatte sich zuvor für ein weniger hartes Vorgehen starkgemacht.

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