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Autobahnen : Besser als Google Maps

Freie Fahrt? Auf Deutschlands Autobahnen wartet die „größte Verwaltungsreform seit Jahrzehnten“. Bild: Hagemann, Insa

Bald übernimmt der Bund Planung, Bau und Betrieb der Autobahnen. Anfang 2020 beginnt ein erster Härtetest: Eine Verwaltung, die sich Jahrzehnte eingespielt hat, wird durcheinandergewirbelt. Wird alles klappen?

          3 Min.

          In gut einem Jahr werden für Planung, Bau und Betrieb der Autobahnen in Deutschland nicht mehr die Länder zuständig sein, sondern der Bund. Eine Verwaltung, die sich Jahrzehnte eingespielt hat, wird durcheinandergewirbelt: Es wird zentralisiert und privatisiert. Am 1. Januar 2021 werden 15.000 Mitarbeiter in Autobahnmeistereien und Büros, darunter 1000 Beamte, von Landesbediensteten zu Beschäftigten der Autobahn GmbH des Bundes. 1400 IT-Systeme müssen überführt werden, 281 Standorte und 1000 Immobilien. 4650 Planungs- und Bauprojekte müssen neu sortiert werden, auch weil sich die zehn Niederlassungen und 41 Außenstellen der Autobahn GmbH nicht sklavisch an Ländergrenzen halten. Für den Wirbel sorgt die Politik mit Absicht. Die „größte Verwaltungsreform seit Jahrzehnten“, wie die Bundesregierung sie nennt, soll keine Selbstbeschäftigung sein. Der Bund erhofft sich ein Ende der Länderegoismen und einen effizienteren Einsatz seiner Milliardenmittel.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Der Autofahrer soll davon viel haben, nämlich bessere Autobahnen und weniger Stau. „In unserer Strategie steht der Nutzer im Fokus“, sagte der Geschäftsführer der Autobahn GmbH, Stephan Krenz, der F.A.Z. in Berlin. „Nicht alle Änderungen werden die Autofahrer sofort spüren. Aber es gibt Dinge, die man schnell umsetzen kann – zum Beispiel das Verkehrsmanagement in den Korridoren zwischen den Metropolen.“ Heute schalte ein Autofahrer oft Google Maps ein, weil er über das Navigationsgerät im Auto nicht mehr gut bedient werde. „Die Nutzer sollen sich bald nicht mehr auf Google Maps verlassen müssen“, sagte Krenz. „Wir als Autobahn GmbH haben alle Daten parat. Wir wissen, wann eine Baustelle anfängt und wann sie fertig ist. Wir wissen, wann es gekracht hat und wann Störungen beseitigt sind.“ Mit den Informationen könne man Autofahrer vor dem ärgsten Ärger im Stau bewahren.

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