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VDA-Präsident : Wissmann attackiert „grün lackierte Autofeinde“

  • -Aktualisiert am

Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Autoindustrie (VDA) und oberster Autolobbyist im Land Bild: Andreas Pein

„Gegen Öko-Fanatiker müssen wir uns wehren“, sagt der Präsident des Verbands der Automobilindustrie. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung spricht er auch über die Sünden der Autoindustrie – und die Reaktion der Kanzlerin.

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          Wenige Tage vor Eröffnung der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt nimmt sich Matthias Wissmann die „Gilde der Autofeinde“ zur Brust. „Manche davon sind nur grün lackiert, in Wirklichkeit steckt häufig ein knallharter Lobbyismus dahinter“, sagt der Präsident des Verbands der Automobilindustrie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wissmann gesteht Fehler der Autoindustrie ein, betonte aber, die große Mehrheit der 600 Unternehmen und 800.000 Beschäftigten habe damit nichts zu tun. „Deshalb kämpfe ich dagegen, dass wir uns in eine apokalyptische Abwärtsspirale hineinreden. Und machen wir uns keine Illusionen: Die Feinde des Automobils schießen jetzt den Diesel an, die werden sich in Zukunft den Benziner vornehmen und übermorgen vermutlich das E-Auto.“ Seine klare Ansage: „Gegen solche Fanatiker müssen wir uns wehren.“

          In dem Interview stellt Wissmann auch klar, dass er sich auf den Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der IAA freue. Der Verbandspräsident betont, dass Merkel wie auch ihr sozialdemokratischer Herausforderer Martin Schulz „sich klar zum Auto bekennen, auch zum modernen Diesel. Dass sie daneben Kritik an Fehlern üben, kann man ihnen nicht verdenken, das tue ich ja selbst.“

          Von wegen verschlafen!

          Nicht zuletzt wendet sich der Auto-Lobbyist gegen den verbreiteten Eindruck, die deutsche Automobilindustrie habe den Trend hin zu Elektroautos versäumt. Deutsche Hersteller hätten in Westeuropa einen Marktanteil bei E-Autos von rund 50 Prozent, schon heute seien etwa 30 Modelle von deutschen Herstellern auf dem Markt. Und auf der IAA würden sehr viele künftige Modelle ausgestellt werden. 

          Die Automobilmesse beginnt an diesem Donnerstag in Frankfurt. Ein wichtiger Hersteller wird das Branchentreffen aber schwänzen: Tesla.

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