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Folge des Abgas-Skandals : Rupert Stadler bleibt in Untersuchungshaft

Der beurlaubte Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler führt Audi seit dem Jahr 2007. Bild: AFP

Der beurlaubte Audi-Vorstandsvorsitzende darf weiter nicht auf freien Fuß. Ihm stehen erst einmal mehrere Vernehmungstermine bevor.

          Der beurlaubte Audi-Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler bleibt vorerst in Untersuchungshaft. Auf Anfrage bestätigte die Staatsanwaltschaft München II, das in der kommenden Woche gleich mehrere Vernehmungstermine angesetzt sind. Vom Verlauf hängt dann ab, ob der Haftgrund „Verdunkelungsgefahr“ noch aufrecht zu erhalten ist.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Stadler, gegen den die Staatsanwälte seit Monaten wegen der Abgasmanipulationen in Diesel-Fahrzeugen ermitteln, hatte am Mittwoch der vergangenen Woche ein erstes Verhör gehabt. Mit den Aussagen waren die Ermittler alles andere als zufrieden. Dabei hatte der Automanager Kooperationsbereitschaft signalisiert.

          Gauweilers Mandant auf freiem Fuß

          Dass es erst in der nächsten Woche wieder zu einem Treffen kommt, hängt auch mit dem notwendigen Zeitaufwand zusammen, den der Anwalt zur Einarbeitung in die Unterlagen benötigen soll, ist zu hören. Dass gleich mehrere Termine anberaumt sind, deutet auf den Versuch hin, möglichst zügig Klarheit zu erhalten. Der Anwalt des beurlaubten Audi-Chefs hat bislang noch keinen Antrag auf Haftprüfung gestellt.

          Dessen Klient wurde am Montag vergangener Woche festgenommen und gegen ihn Haftbefehl erlassen. Die Richterin hatte sofort über den  Vollzug entscheiden, denn: Die Staatsanwaltschaft hatte nicht zuletzt nach dem Abhören von Telefonaten konkrete Hinweise, dass er Zeugen beeinflussen oder Beweismaterial beseitigen könnte. Auf freien Fuß dürfte er erst kommen, wenn die Verdunkelungsgefahr beseitigt ist, Stadler also möglichst umfassen aussagen müsste.

          Was Stadler widerfährt, hat Wolfgang Hatz wegen dessen vermeintlicher Verwicklung in den Diesel-Skandal zumindest teilweise hinter sich. Der im September 2017  in Untersuchungshaft genommene ehemalige Audi-Manager ist unter Auflagen an diesem Dienstag  freigekommen. Er muss eine Kaution von 3 Millionen Euro hinterlegen, seinen Ausweis abgeben und darf somit Deutschland nicht verlassen. Zudem ist ihm ein Kontaktverbot zu Zeugen oder anderen  in der Diesel-Affäre Beschuldigten auferlegt worden.

          Das Oberlandesgericht München habe den Haftbefehl außer Vollzug gesetzt, bestätigte der Hatz-Anwalt und ehemalige CSU-Politiker Peter Gauweiler auf Anfrage gegenüber FAZ.NET. Er vertritt den einstigen Audi-Manager erst seit April zusammen mit den Anwälten Gerson Trüg aus Freiburg und Tim Wißmann aus Köln. Etliche Versuche zur Haftbefreiung waren in den vergangenen neun Monaten gescheitert.

          Auch die Staatsanwaltschaft München II bestätigte, dass der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt worden ist. Der Senat des Oberlandesgerichts habe aber deutlich gemacht, dass weiter dringender Tatverdacht wegen Betruges bestehe, die Haftgründe Flucht- und Verdunkelungsgefahr fortbestünden.

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