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Abgasskandal : So soll die Rückruf-Aktion laufen

  • Aktualisiert am

Betroffene VW-Halter sind gezwungen, ab Januar ihren Wagen in die Werkstatt zu bringen. Bild: Helmut Fricke

2,4 Millionen VW-Halter müssen ihr Fahrzeug im kommenden Jahr in die Werkstatt bringen. Software-Updates reichen dabei nicht bei allen Autos aus. Es drohen lange Wartezeiten.

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          Am Donnerstag hat das Kraftfahrtbundesamt Auto-Hersteller Volkswagen gezwungen, 2,4 Millionen Dieselfahrzeuge in Deutschland zurückzurufen. Am Nachmittag gab der Konzern dann bekannt, dass in Europa insgesamt rund 8,5 Millionen Autos in die Werkstätten müssen.

          Kunden können mit Hilfe der Fahrzeug-Identifizierungsnummer auf der Internetseite von Volkswagen überprüfen, ob ihr Fahrzeug betroffen ist. Auch Audi, Seat und Skoda bieten entsprechende Seiten an. Die jeweiligen Autohändler können ebenfalls Auskunft geben, welche Fahrzeuge genau betroffen sind. Der VW-Konzern hatte zudem angekündigt, alle Kunden, die Fahrzeuge mit manipulierten Motoren fahren, direkt anzuschreiben. Diese sind dann verpflichtet, ihr Auto in die Werkstatt zu bringen. Ansonsten droht laut Kraftfahrtbundesamt im äußersten Fall die Stilllegung des Fahrzeugs.

          VW-Skandal : Kraftfahrt-Bundesamt zwingt VW zu Rückruf-Aktion

          Ab Januar 2016 werden die VW-Vertragswerkstätten mit der Nachbesserung der Fahrzeuge beginnen. Der neue VW-Chef Matthias Müller sagte im Interview mit der F.A.Z., bis Ende 2016 „sollen dann alle Autos in Ordnung sein“. VW müsse die „jeweilige Lösung“ auf jedes Modell abstimmen und die notwendigen Teile bestellen. Sorgfalt gehe vor Geschwindigkeit.

          Software- oder technische Lösung nötig

          Das Kraftfahrtbundesamt wird den „Beginn und den Fortgang der Rückrufaktion überwachen“, sagte Bundesverkehrsminister Dobrindt. VW plant für die betroffenen Autos mit 2,0 Litern Hubraum reine Software-Lösungen. Bei Motoren mit 1,6 Litern Zylindervolumen ist wohl zusätzlich eine Anpassung in der Motortechnik nötig – also ein Eingriff über die Programmierung hinaus. Diese technische Lösung steht wohl erst ab September 2016 zum Einbau zur Verfügung. Was genau bei den 1,2-Liter-Motoren technisch nachgebessert werden muss, ist noch unklar. Die Kosten für die Umrüstung übernimmt Volkswagen.

          Laut KBA handelt es sich bei der Abgas-Software um eine "unzulässige Abschalteinrichtung". VW muss sie aus allen Fahrzeugen entfernen und sicherstellen, dass die Abgasvorschriften künftig eingehalten werden. Für die Autofahrer ändert sich bis dahin nichts, alle Fahrzeuge sind laut VW weiterhin sicher und fahrbereit. Halter müssen erst aktiv werden, wenn sie von Volkswagen Post bekommen.

          Wartezeiten in den Werkstätten?

          Auf das Netz der VW-Vertragswerkstätten rollt mit dem Massenrückruf in der Diesel-Affäre eine gigantische Arbeitswelle zu. Nach Konzernangaben gibt es bundesweit 2.173 Volkswagen-Partner, deren Werkstätten für den Rückruf autorisiert sind. Damit ergeben sich mit den 2,4 Millionen zurückgerufenen Dieseln rechnerisch 1.100 Fahrzeuge pro Werkstatt. Branchen-Insider gehen von durchschnittlich mindestens 90 Minuten Arbeitszeit pro betroffenem Wagen aus, worin neben der eigentlichen Nachbesserung auch die Zeit für Formulare und Dokumentation steckt.

          Damit ergeben sich gut 200 Arbeitstage für eine Kfz-Arbeitskraft – wenn diese sich ausschließlich mit dem Rückruf beschäftigte. Je nach Personalschlüssel und räumlichen Werkstattkapazitäten bräuchte also jeder VW-Servicepartner etliche Wochen für die Aktion. „Die muss aber neben dem ganz normalen Tagesgeschäft gewuppt werden“, gibt ein Experte zu bedenken. Damit scheinen lange Wartezeiten absehbar.

          Neben den knapp 2.200 VW-Partnern gibt es zwar noch eine kleinere, nicht näher bekannte Zahl von autorisierten Servicebetrieben. Diese decken nur die ebenfalls vom Rückruf betroffenen VW-Schwestermarken Audi, Seat, Skoda und VW-Nutzfahrzeuge ab, nicht aber gleichzeitig auch die Kernmarke VW-Pkw. Diese Zahl dürfte aber zu vernachlässigen sein. Die freien Kfz-Werkstätten dringen bereits auf eine Teilnahme am Rückruf.

          Auch in Österreich müssen Dieselfahrzeuge des Wolfsburger Autobauers auf behördliche Anweisung in die Werkstätten. Verkehrsminister Alois Stöger (SPÖ) erließ eine entsprechende Anordnung. Betroffen seien rund 363.000 Fahrzeuge, hieß es aus dem Verkehrsministerium in Wien mit Verweis auf Zahlen des VW-Importeurs Porsche Austria. Beim Zeitplan orientiere man sich an Deutschland. Die betroffenen Autofahrer müssten von Porsche Austria verständigt werden, sagte das Ministerium.

          Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert. Sobald neue Informationen zur Rückruf-Aktion bei Volkswagen verfügbar sind, werden diese hier veröffentlicht.

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