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Abgasskandal : Vorwürfe gegen BMW lassen Aktienkurs einbrechen

  • Aktualisiert am

Ist BMW auch in den Skandal verwickelt? Bild: AFP

Ist auch BMW in den Skandal um die Manipulation von Abgaswerten bei Dieselfahrzeugen verwickelt? Bislang gibt es nur einen Zeitungsbericht über einen Vorwurf. Der Aktienkurs bricht ein, das Unternehmen dementiert.

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          Die Affäre um Abgas-Manipulationen bei Dieselfahrzeugen zieht immer weitere Kreise: Jetzt rücken nach Volkswagen andere Autobauer in den Fokus. Auch der BMW X3 xDrive 20d habe bei Straßentests des Forschungsinstituts International Council on Clean Transportation (ICCT) „auffällige Stickoxidwerte“ produziert, berichtete die Zeitung „Auto-Bild“ am Donnerstag vorab aus ihrer neuen Ausgabe. BMW wehrt sich gegen die Anschuldigungen.

          Der Vorwurf: Das Dieselfahrzeug habe die europäische Abgasnorm dabei um mehr als das Elffache überschritten. „Alle Messdaten deuten darauf hin, dass das kein VW-spezifisches Problem ist", sagte ICCT-Vertreter Peter Mock der Zeitung.

          Mock ist europäischer Geschäftsführer des ICCT, einer bislang eher unbekannten Non-Profit-Organisation, die Umweltbehörden mit wissenschaftlichen Analysen versorgt. Im Zuge dessen testet die ICCT auch regelmäßig den Schadstoffausstoß von Autos. Im vergangenen Jahr fielen Mock und seinen Kollegen die Diskrepanzen bei VW-Dieselmodellen erstmals auf und sie brachten den derzeitigen VW-Skandal ins Rollen.

          BMW-Aktienkurs fällt zeitweise um fast zehn Prozent

          Als Reaktion auf den Bericht über die erhöhten Abgaswerte gab der BMW-Aktienkurs zeitweise um fast zehn Prozent nach. Doch der Autohersteller wehrt sich vehement gegen die Anschuldigungen. „Bei der BMW Group wird nicht manipuliert und wir halten uns selbstverständlich in jedem Land an die gesetzlichen Vorgaben und erfüllen alle lokalen Testvorgaben“, teilte der Münchner Konzern am Donnerstag mit. „Das heißt: Bei unseren Fahrzeugen wird in der Abgasbehandlung nicht zwischen Rollen- und Straßenbetrieb unterschieden.“

          Im Zuge der VW-Affäre hatten bereits Organisationen wie die Deutsche Umwelthilfe kritisiert, dass die Angaben der Hersteller zu den Emissionswerten deutlich von dem abwichen, was die Fahrzeuge tatsächlich in die Luft bliesen. Nicht nur VW sei davon betroffen.

          Volkswagen hatte zuvor eingeräumt, bei Dieselfahrzeugen die Abgaswerte manipuliert zu haben. Eine entsprechende Software ist auf der ganzen Welt in elf Millionen Autos eingebaut. Als Konsequenz aus dem Skandal war Volkswagen-Chef Martin Winterkorn am Mittwoch zurückgetreten.

          Neuesten Erkenntnissen zufolge waren von den Manipulationen bei Abgasmessungen an Dieselautos bei Volkswagen nicht nur Fahrzeuge in Amerika, sondern auch Autos in Europa betroffen. Das sei der von ihm eingesetzten Untersuchungskommission am Mittwoch bei ersten Gesprächen in Wolfsburg mitgeteilt worden, hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Donnerstag in Berlin gesagt.

          Alle aktuellen Entwicklungen zum Abgasskandal finden Sie in unserem Liveblog.

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