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Dieselskandal : Kanzlei sucht Kläger gegen Audi

Bislang haben Zehntausende Diesel-Fahrer gegen Audi geklagt, ihre Zahl dürfte nun rasch wachsen. Bild: dpa

Bis zu 250.000 Dieselfahrer will eine Verbraucherkanzlei für ein Massenverfahren gewinnen. Wer einen Audi, einen Porsche oder einen VW Touareg mit einem bestimmten V-TDI-Motor fährt, sollte das Angebot prüfen.

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          Im Skandal um Abgasmanipulationen in der Automobilindustrie sieht sich Audi einer möglichen Massenklage gegenüber. Die Verbraucherkanzlei Gansel aus Berlin ruft gemeinsam mit dem Rechtsdienstleister und Prozessfinanzierer Spreefels Käufer von Dieselfahrzeugen mit dem Motor V-TDI-Motoren dazu auf, ihre Ansprüche gegen den Automobilhersteller aus Ingolstadt geltend zu machen. Laut der Kanzlei geht es um größere Dieselmotoren mit Hubraum zwischen 3 und 4,2 Liter, für die das Kraftfahrtbundesamt (KBA) Rückrufe im Jahr 2018 angeordnet hatte.

          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Betroffen seien verschiedene Audi-Modelle, der VW Touareg sowie die Porsche-Modelle Cayenne, Panamera sowie Macan, die von 2008 bis 2018 gebaut wurden. Auf Grundlage der KBA-Datenbank geht die Kanzlei Gansel von 250.000 potentiellen Anspruchsinhaber aus.

          „Mit der Sammelklage werden wir einen hohen Druck auf die Audi AG ausüben“, sagt Rechtsanwalt Timo Gansel. Der Prozessfinanzierer Spreefels übernimmt die Kosten des Verfahrens. „Das ist insbesondere für Personen ohne Rechtsschutzversicherung eine gute Nachricht, die sonst möglicherweise ihr Recht auf Schadenersatz nicht eingefordert hätten“, meint Gansel. Im Erfolgsfall behält Spreefels 35 Prozent der erstrittenen Summe ein.

          Die beziffern die Anwälte je nach Modell und Fahrleistung zwischen 15 bis 25 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises. In vergleichbaren Verfahren habe man zwischen 8000 bis 14.000 Euro erstritten, heißt es aus Berlin. Viel Zeit bleibt nicht: Die Ansprüche verjähren zum Jahresende. Sollten sich die von den Initiatoren erhofften „bis zu“ 250.000 Kläger bis dahin realisieren, würde die Klage die Dimension der Musterfeststellungsklage des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gegen Volkswagen in Braunschweig 2019 erreichen.

          Musterklage gegen Daimler

          Einen Schritt weiter als die Berliner Anwälte ist der Verbraucherverband mit seinem aktuellen Vorhaben gegen den Daimler-Konzern. Wie das Bundesamt für Justiz in Bonn am Mittwoch mitteilte, können Verbraucher ab sofort ihre Ansprüche oder Rechtsverhältnisse zur Musterfeststellungsklage in einem Klageregister anmelden. Im Juli hatte der vzbv seine Klage gegen den Automobilhersteller am Oberlandesgericht Stuttgart eingereicht.

          Damit wollen die Verbraucherschützer bis 50.000 Fahrer von Mercedes GLC-und GLK-Modelle mit dem Motortyp OM651 erreichen. Schließen sich bis Anfang Januar mindestens 50 Dieselfahrer der Klage an, wird im kommenden Jahr in Stuttgart verhandelt.

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