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Abgas-Affäre : Richter setzt Volkswagen eine Frist

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In einem Volkswagen-Laden in Virginia: Europas größter Autobauer muss in Amerika den Abgasskandal aufarbeiten. Bild: AFP

Volkswagen hat Abgaswerte von Dieselfahrzeugen manipuliert. Nun muss der Konzern bis zum 24. März darlegen, wie er das in Amerika wieder gutmachen will.

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          Im Skandal um manipulierte Abgaswerte hat ein amerikanischer Richter dem deutschen Autohersteller Volkswagen eine Frist gesetzt: VW müsse bis zum 24. März einen Plan vorlegen, wie es die manipulierten Abgaswerte von Dieselfahrzeugen wieder in den Normbereich zurückbringen wolle, verlautete aus Justizkreisen in San Francisco.

          Demnach sagte Volkswagen-Anwalt Robert Giuffra während einer  Anhörung, Volkswagen sei daran interessiert, die Angelegenheit „so schnell wie möglich“ zu regeln.

          „Eines der dreistesten Verbrechen in der Geschichte“

          Der kalifornische Richter Charles Breyer hatte zu Beginn der Woche eine Sammelklage gegen Volkswagen erhalten. Hunderte Kunden aus allen 50 amerikanischen Bundesstaaten werfen dem Wolfsburger Autobauer Betrug vor und fordern Entschädigung. Eine genaue Summe wird in der Sammelklage nicht genannt, der Betrag könnte aber in die Milliarden Dollar gehen.

          Das Vorgehen von Volkswagen sei „eines der dreistesten Verbrechen von Unternehmen in der Geschichte“, heißt es in der Zivilklage. Der Konzern habe „um jeden Preis“ gewinnen wollen und dabei umweltbewusste amerikanische Bürger mit falschen Versprechungen gelockt.

          Die Klage richtet sich auch gegen die VW-Tochtergesellschaften Audi und Porsche sowie den Automobilzulieferer Bosch. Auch ranghohe Manager der Konzerne sollen demnach persönlich haften.

          Namentlich wurden unter anderem der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn, sein Nachfolger Matthias Müller, Audi-Chef Rupert Stadler sowie die ehemaligen VW-Ingenieure Ulrich Hackenberg und Wolfgang Hatz genannt.

          Volkswagen hatte zugeben müssen, in Millionen Dieselfahrzeugen auf der ganzen Welt eine Manipulations-Software eingesetzt zu haben, die den Stickoxid-Ausstoß im Testbetrieb zu niedrig auswies. Besonders in den Vereinigten Staaten, wo rund 600.000 Autos betroffen sind, drohen dem Konzern hohe Strafzahlungen und Schadenersatzforderungen. Europas größter Autokonzern hat bereits den renommierten amerikanischen Anwalt Kenneth Feinberg engagiert, um einen Entschädigungsfonds aufzulegen.

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