https://www.faz.net/-gqe-9pmu7

Von 5,3 Millionen : 4,5 Millionen Dieselautos sind mit Software nachgerüstet

  • Aktualisiert am

Dieser Diesel hat ein Software-Update erhalten. Bild: dpa

Eigentlich sollten bis Ende 2018 5,3 Millionen ältere Dieselautos ein Software-Update erhalten haben. Noch fehlen jedoch einige. Die Autoindustrie spricht dennoch von einem „sehr guten Ergebnis“.

          Die Umrüstungen älterer Diesel mit einer besseren Abgas-Software kommen voran – die Hersteller hinken ihren Zusagen aber weiter hinterher. Aktuell haben 4,5 Millionen Autos Updates erhalten, wie das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Beim Dieselgipfel von Politik und Branche vor zwei Jahren hatten die deutschen Autobauer zugesagt, bei 5,3 Millionen Autos den Schadstoffausstoß durch neue Motor-Software zu senken – und zwar schon bis Ende vergangenen Jahres. Inzwischen sind demnach 85 Prozent dieser Wagen umgerüstet worden.

          „Weitere Fahrzeuge sind in der Umrüstung, stehen kurz davor oder sind in der konkreten Planung für die Umrüstung“, hieß es weiter. Dass noch nicht alle Wagen umgerüstet seien, liege daran, dass Hersteller zum Teil noch notwendige technische Unterlagen liefern müssten.

          Der Verband der Automobilindustrie (VDA) nannte die Umrüstungsquote von 85 Prozent „ein sehr gutes Ergebnis“. Damit hätten sich die Stickoxid-Emissionen von 4,5 Millionen Diesel-Pkw auf den Straßen deutlich verringert. Dies sei ein aktiver Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität. „Unsere Unternehmen arbeiten intensiv daran, dass diese Quote weiter steigt“, erklärte der Verband.

          Hintergrund der Software-Updates ist, dass in vielen Städten die Luft zu schlecht ist. Diesel-Abgase gelten dafür als ein Grund. Inzwischen haben Gerichte für einige Städte Fahrverbote für ältere Diesel verhängt, die Politik will aber gegensteuern.

          Auch die Hardware wird nachgerüstet

          Beim Dieselgipfel mit Bund und Ländern am 2. August 2017 hatten die deutschen Autobauer zugesagt, bei 5,3 Millionen Diesel der Klassen Euro 5 und 6 die Stickoxid-Emissionen um durchschnittlich 25 bis 30 Prozent per Software-Update zu senken – und zwar bis zum Jahresende 2018 auf Basis der Freigaben durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und der erreichbaren Fahrzeuge. Die Kosten tragen die Hersteller. Zu den 5,3 Millionen Pkw zählten auch 2,5 Millionen Wagen des Volkswagen-Konzerns, aus denen ohnehin illegale Abgas-Software entfernt werden musste.

          Im August 2018 war außerdem bekannt geworden, dass eine Million Diesel zusätzlich neue Software bekommen sollten. Genaue Zahlen, wie viele dieser Autos inzwischen umgerüstet sind, nannte das Ministerium nicht. Es verwies darauf, dass für insgesamt 5,5 Millionen Fahrzeuge eine Freigabe durch das KBA erfolgt sei.

          Neben den Software-Updates hatte sich die Bundesregierung nach langem Streit auch auf Hardware-Nachrüstungen verständigt – also Umbauten der Abgasreinigung direkt am Motor. Wie am Wochenende bekannt wurde, hat das KBA nun die erste Allgemeine Betriebserlaubnis dazu erteilt. Diese betrifft nach Darstellung des Bamberger Technologie-Anbieters Dr Pley Nachrüstsätze zunächst für Volvo-Modelle. Demnächst seien Genehmigungen auch für Fahrzeuge von Daimler und BMW zu erwarten.

          Weitere Themen

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Topmeldungen

          Regierungskrise in Italien : Mit dem „Plan Ursula“ gegen Salvini?

          Der Streit um das Rettungsschiff „Open Arms“ dauert an – und in Rom wird weiter über Szenarien zur Überwindung der Regierungskrise spekuliert. Ein prominenter Politiker stellt sich nun hinter einen Plan zur Bildung einer breiten Front gegen den italienischen Innenminister.

          Klimaschutz : Vertraut nicht den Verboten!

          Im Kampf um das Klima gibt es viele Einzelideen. Sie versperren den Blick auf das Notwendige: ein sinnvolles Gesamtkonzept. Dafür gilt: Lieber gründlich als überhastet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.