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Auto-Kartellverdacht : Daimler bestätigt Kronzeugenantrag gegenüber EU

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Daimler hat im Zuge des Kartell-Verdachts bei den EU-Behörden einen Antrag auf Kronzeugenregelung gestellt. Bild: AP

Haben sich deutsche Autobauer unzulässig abgesprochen? Daimler hat nun bestätigt, einen Antrag auf Kronzeugenregelung bei den EU-Behörden gestellt zu haben. Hohe Kosten für die Diesel-Nachbesserung drücken derweil den Gewinn.

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          Der Daimler-Konzern hat im Zuge des Verdachts auf ein Kartell in der deutschen Autoindustrie bei den EU-Behörden einen Antrag auf Kronzeugenregelung gestellt. Das sagte Daimler-Finanzchef Bodo Uebber am Freitag in einer Telefonkonferenz. Er bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Ob die EU-Behörden eine formale Untersuchung eröffnen würden, sei noch nicht klar, sagte Uebber.

          Bei der EU-Kommission läuft derzeit eine Voruntersuchung dazu, ob sich die deutschen Autobauer Volkswagen, BMW und Daimler unzulässig abgesprochen haben. In Medienberichten hieß es, auch der Volkswagen-Konzern habe eine Art Selbstanzeige rund um den Kartellverdacht bei den Behörden eingereicht. Daimler soll den Wolfsburgern dabei aber zuvorgekommen sein. Wer zuerst mit den Aufsehern kooperiert, darf auf den größten Nachlass bei einer möglichen Strafe hoffen.

          Diesel-Nachbesserung drücken Gewinn

          Bestwerte bei den Verkaufszahlen treiben den Umsatz beim Autobauer Daimler weiter an - hohe Kosten unter anderem für die Diesel-Nachbesserung drücken aber den Gewinn im dritten Quartal. Bei der Kernmarke Mercedes-Benz verbuchte das Stuttgarter Dax-Unternehmen das absatzstärkste Quartal überhaupt, auch die Verkäufe im Lastwagen-Geschäft legten deutlich zu. Der Umsatz insgesamt stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6 Prozent auf 40,8 Milliarden Euro, wie Daimler am Freitag mitteilte.

          Zugleich reduzierte sich der Gewinn vor Zinsen und Steuern um 14 Prozent auf rund 3,46 Milliarden Euro. Hier schlagen unter anderem die im Sommer angekündigte Nachbesserung bei rund drei Millionen Diesel-Fahrzeugen mit Kosten von rund 223 Millionen Euro sowie eine Rückrufaktion für 230 Millionen Euro bei Mercedes-Benz Cars zu Buche. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn unter dem Strich ging um 16 Prozent auf 2,177 Milliarden Euro zurück.

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