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Über das kommende Jahrzehnt : Australien will Steuerzahler um fast 200 Milliarden Euro entlasten

Schatzkanzler Josh Frydenberg (r) und Premierminister Scott Morrison wollen die Steuern senken. Bild: EPA

Die australische Regierung plant riesige Steuersenkungen. 2000 Dollar im Jahr könnten Familien so sparen, erklärt der Schatzkanzler. Die Regierung steckt im Wahlkampf.

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          Wenige Wochen vor den Wahlen verspricht die australische Regierung gigantische Steuersenkungen: Über das nächste Jahrzehnt sollen die Steuerzahler um 302 Milliarden Australische Dollar (191 Milliarden Euro) entlastet werden. Nachdem der fünfte Kontinent erstmals seit zwölf Jahren nun wieder einen Haushaltsüberschuss ausweist, will die liberale Regierung allein 100 Milliarden Dollar in den überfälligen Ausbau der Infrastruktur stecken.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Sie steht mit dem Rücken zur Wand: Bislang gingen alle Vorhersagen von einem Sieg der oppositionellen Labor-Partei unter ihrem im Land wenig geliebten Vormann Bill Shorten bei den Wahlen Mitte Mai aus. Shorten verspricht den Menschen in seiner Kampagne deutlich höhere Löhne und Gehälter, da sie hinter den Wachstumsraten zurückgeblieben seien.

          Ministerpräsident Scott Morrison, der erst Ende August vergangenen Jahres durch einen innerparteilichen Coup die Führung des Landes übernahm und Ministerpräsident in Canberra wurde, ließ seinen Schatzkanzler Josh Frydenberg am Dienstagabend um die Stimmen der Steuerzahler kämpfen: Besonders kleine und mittlere Unternehmen und Zahler sollen entlastet werden. Bei einigen Familien könne dies schon in den nächsten zwei Monaten zu einer Verminderung der Steuerlast um mehr als 2000 Dollar im Jahr führen, sagte Frydenberg.

          Schuldenfrei bis 2029?

          Schon vergangenes Jahr hatte die liberale Regierung, damals noch unter ihrem Ministerpräsidenten Malcolm Turnbull und mit Morrison als Schatzkanzler, eine Steuerentlastung von 144 Milliarden Dollar angekündigt. Nun folgten weitere Versprechen über 158 Milliarden Dollar.

          Das Wirtschaftswachstum in Höhe von 2,75 Prozent im Jahr soll dazu beitragen, einen Haushaltsüberschuss von 7,2 Milliarden Australischen Dollar zu erwirtschaften. Im vergangenen Fiskaljahr hatte der australische Haushalt noch ein Minus von 4,2 Milliarden Dollar ausgewiesen. Bis 2029 werde Australien dann schuldenfrei dastehen, erklärte Frydenberg. Derzeit ist das Land mit 19,2 Prozent seiner Wirtschaftsleistung verschuldet.

          Angesichts stark fallender Häuserpreise in Australien sollen die Steuerentlastungen vor allem den Konsum antreiben. Allerdings bleiben Fragezeichen hinter dem Langzeit-Plan, da auch der Schatzkanzler vor hohen konjunkturellen Risiken waren musste. Australien ist ganz besonders von der Nachfrage in China abhängig, seinem mit Abstand größten Handelspartner.

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