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Papua-Neuguinea : Australien wehrt sich gegen Pekings Einfluss

Die chinesische Marine übt im Pazifik – mit dem Flugzeugträger Liaoning an der Spitze. Bild: AFP

China ist offenbar auf der Suche nach neuem Marinestützpunkt im Westpazifik und winkt mit finanzieller Hilfe. Der australische Ministerpräsident will das verhindern.

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          Chinas Vorpreschen im Pazifik schreckt die demokratischen Staaten der Region immer stärker auf. Nun hat Australien auf Papua-Neuguinea eingewirkt, sich nicht durch die Refinanzierung seiner Staatsschulden in völlige Abhängigkeit Pekings zu begeben. Der neue australische Ministerpräsident Scott Morrison erklärte, er habe sofort mit seinem Gegenüber in Papua-Neuguinea, James Marape, telefoniert. „Sie verfolgen diese Richtung nicht weiter“, erklärte Morrison nun.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Die Zeitung „The Australian“ schrieb, dass die „schockierende Ankündigung“ des Inselstaates „die Alarmglocken in Canberra und in der Region“ habe läuten lassen. Die Ratingagentur Standard & Poor’s erklärte, dass eine Umschuldung des Inselstaates zwar dessen Kosten verringern könne, aber dann negative Folgen haben werde, wenn „der Deal weitreichende Zusagen, wie eine große Gegenleistung oder nicht-finanzielle Absprachen“ enthalte. Lange wird schon darüber spekuliert, dass China einen Marinestützpunkt im Westpazifik suche, um seine Flotte von Unterseebooten nicht nur im Indischen Ozean, sondern auch stärker im Vorhof der Vereinigten Staaten operieren zu lassen.

          Verarmter Inselstaat in Not

          Der Schuldendienst kostet die Regierung von Papua-Neuguinea derzeit rund 15 Prozent ihres Etats. Vergangene Woche hatte der Ministerpräsident des verarmten Inselstaates den chinesischen Botschafter offiziell über „eine Bitte um Hilfe für die Regierung von Papua-Neuguinea bei der Refinanzierung von 27 Milliarden Kina“ informiert. Ein „formaler Brief“ für Peking werde dem Botschafter übergeben. 27 Milliarden Kina entsprechen knapp sieben Milliarden Euro. Offenbar nach der australischen Intervention erklärte die Regierung dann, sie spreche nun auch mit Institutionen wie der Asiatischen Entwicklungsbank, dem Internationalen Währungsfonds, der Weltbank sowie „nicht-traditionellen Geldgebern“.

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