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Ausstieg aus Paris-Abkommen : Glaubt Trump an den Klimawandel?

Zu Beginn des Wahlkampfes positionierte er sich in einer Radiosendung dann scheinbar ganz klar: Nein, er glaube nicht an die menschengemachte Erderwärmung. In seinen Reden inszenierte er sich in der Folge gerne als Beschützer der Kohlekumpel, deren Arbeitsplätze er retten werde, indem er die Umweltschutzvorschriften von Barack Obama aufzuheben gedenke. Auch der Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen war eines seiner Wahlversprechen. Als seine Herausforderin Hillary Clinton ihn in der Folge mit seinen Äußerungen konfrontierte und ihm vorwarf, er bestreite den Klimawandel, antwortete er hingegen schlicht, nein, das stimme nicht.

Wilbur Ross: Trump ist ein Naturschützer

Wenige Tage nach seinem Wahlsieg war der Klimawandel auch ein Thema beim viel beachteten Interview mit der von ihm im Wahlkampf (und auch weiterhin) oft geschmähten „New York Times“. Hier gab er zu Protokoll, es gebe eine „gewisse Verbindung“ zwischen menschlichen Aktivitäten und der Erderwärmung. In der Folge fokussierte er sich allerdings wieder darauf, den „Krieg gegen die Kohle“ zu beenden. „Wir werden die Vorschriften stoppen, welche die Zukunft und die Existenz unserer großartigen Kohle-Bergmänner bedroht“, sagte er Ende Februar in seiner Rede vor dem Kongress.

Im März 2017 unterzeichnete er ein Dekret, das darauf abzielte, die von Obama festgesetzten Auflagen für die Emissionen von Kohlekraftwerken zu kippen. Nicht zuletzt war auch die Ernennung von Scott Pruitt als neuer Leiter der Umweltbehörde EPA ein deutliches Zeichen. Als Generalstaatsanwalt im Öl- und Gasstaat Oklahoma hat dieser die EPA mehr als ein Dutzend Mal verklagt. In einem Interview mit NBC erklärte er kürzlich obendrein, er halte Kohlendioxid nicht für einen Hauptverursacher der Erderwärmung, womit er sich im fundamentalen Gegensatz zu den meisten Klimaforschern befindet.

Von sich selbst sagt Präsident Donald Trump derweil gerne, er liebe die Umwelt. Saubere Luft und sauberes Wasser lägen ihm sehr am Herzen. Als Beweis führt er bisweilen die Umweltpreise an, die sein Unternehmen eingeheimst habe. Nach seiner Rede von Donnerstag hielt er sich allerdings bedeckt. Als er freitags bei einem Termin darauf angesprochen wurde, überging er das Thema Klimawandel einfach. Er witzelte lediglich mit Blick auf die Reaktionen aus der ganzen Welt, seine Entscheidung habe für „Kontroversen“ gesorgt.

In die Bresche sprang sein Handelsminister Wilbur Ross, der ihn gegenüber NBC sogar einen „Naturschützer nannte. Er kenne ihn schon sehr lange und Trump sei „sehr für die Umwelt“. Trump sage ja auch gar nicht, er werde nicht versuchen, das Klima zu verbessern, so Ross weiter. Im gehe es vielmehr darum, klar zu machen, dass das Pariser Abkommen dem Wirtschaftswachstum schade. Das wiederum dürfte schon am Donnerstag bei jedem angekommen sein.

Zumindest eine klare Aussage dazu, wie es Trump denn nun mit dem Klimawandel halte, gab es aus den Reihen der Regierung dann allerdings doch noch, wenn auch erst am Samstagabend deutscher Zeit. UN-Botschafterin Nikki Haley war es, die gegenüber CNN erklärte: „Präsident Trump glaubt, dass sich das Klima ändert, und er glaubt, dass Schadstoffe Teil der Gleichung sind“. Er wisse, dass sich das Klima ändere und dass sich Amerika verantwortlich verhalten müsse. Den Austritt aus dem Abkommen verteidigte aber auch sie - mit dem vielfach gehörten Argument: Es habe amerikanische Firmen benachteiligt.

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