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Ausspäh-Affäre : Bis zu 13.000 Spähanfragen bei Yahoo

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Mit dem geheimen Überwachungsprogramm Prism hat sich der amerikanische Geheimdienst NSA Zugang zu Daten großer Internetkonzerne wie Facebook, Google, Microsoft, Apple, Yahoo und AOL verschafft. Die NSA kann so den Angaben zufolge das Kommunikationsverhalten von Netznutzern weltweit auswerten. Bild: AFP

Nach anderen Internetfirmen hat auch Yahoo Zahlen zu Anfragen amerikanischer Behörden nach Nutzerdaten veröffentlicht. Von Dezember 2012 bis Ende Mai dieses Jahres habe das Unternehmen zwischen 12.000 und 13.000 Anfragen erhalten.

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          Bei Yahoo hat die amerikanische Regierung binnen sechs Monaten bis zu 13.000 Spähanfragen gestellt, darunter auch einige unter Verweis auf das amerikanische Geheimdienstgesetz.

          Die Anfragen stammten aus dem Zeitraum vom 1. Dezember 2012 bis zum 31. Mai diesen Jahres, teilte Yahoo am Dienstag mit. Die meisten Anfragen drehten sich rund um Betrug, Selbstmord, Entführungen und andere kriminelle Angelegenheiten. Aber es habe auch einige unter Verweis auf das amerikanische Geheimdienstgesetz FISA gegeben. „Wie alle Firmen darf Yahoo aus rechtlichen Gründen die Anzahl der FISA-Anfragen nicht separat kenntlich machen, weil deren Zahl der Geheimhaltung unterliegt“, schreiben Yahoo-Chefin Marissa Mayer und Rechtsberater Ron Bell in einem Firmenblog:  „Allerdings ermutigen wir die US-Regierung nachdrücklich, ihren Standpunkt in dieser Sache zu überdenken.“

          Zuvor hatten bereits Facebook, Microsoft und Apple Auskunft zum Umfang der Anfragen der amerikanischen Regierung gegeben.Yahoo gab im Gegensatz zu ihnen nicht an, wie viele Kunden-Konten betroffen waren.

          Medienberichten zufolge greifen amerikanischen Sicherheitsbehörden im Rahmen eines „Prism“ genannten Programms zur Terrorabwehr weltweit direkt auf Millionen Nutzerdaten von neun Internet-Konzernen zu. Die Firmen haben einen solchen direkten Zugriff aber dementiert. Seit einigen Tagen geben sie Details zu den Anfragen der Regierung bekannt.

          Die amerikanische Regierung hat das Programm verteidigt und erklärt, es sei notwendig zum Schutz der nationalen Sicherheit. Die Rechtsgrundlage dafür ist der „Patriot Act“. Das in Folge der Anschläge vom 11. September 2001 erlassene Gesetz schränkt die Bürgerrechte in den Vereinigten Staaten teilweise ein. Das Ausspähprogramm droht auch den ersten offiziellen Besuch des amerikanischen Präsidenten Barack Obama in Berlin zu belasten.

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