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Außenhandel : Ungleichgewichte

Der deutsche Leistungsbilanz-Überschuss facht die alte Debatte über Ungleichgewichte wieder an Bild: F.A.Z.

Deutschlands Exportüberschuss ist nochmals gestiegen. Jetzt wird wieder über angebliche „Ungleichgewichte“ debattiert. Verfehlt ist eine solche Diskussion vor allem dann, wenn sie Überschüsse und Defizite als gleichermaßen problematisch anprangert.

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          Schon der Begriff des „makroökonomischen Ungleichgewichts“ ist hoch fragwürdig. Wäre es denn anzustreben, dass ein Land eine „ausgeglichene Leistungsbilanz“ hat - also genau so viel Waren und Dienstleistungen ausführt wie es einführt und netto weder Kapital exportiert noch importiert? Wer sollte das steuern und wie?

          Chinas Überschuss hat mit der unterbewerteten Währung und der künstlichen Exportaufblähung durch die Planwirtschaft zu tun. In Deutschland haben Marktkräfte zu dem hohen Überschuss geführt. Verfehlt ist eine „Ungleichgewichte“-Diskussion vor allem dann, wenn sie Überschüsse und Defizite als gleichermaßen problematisch anprangert.

          Wenn Länder permanent sehr hohe Leistungsbilanzdefizite haben und mithin immer höhere Auslandsschulden aufhäufen, kann das nicht gut gehen. So ist die Euro-Peripherie in die Krise gerutscht. Ihre Handelsdefizite waren und sind Ausdruck mangelnder Wettbewerbsfähigkeit. Deutschlands hohe Überschüsse liegen dagegen an der besonderen Stärke und Struktur der hiesigen Wirtschaft. Sie produziert die hochqualitativen (Investitions-)Güter, die in den aufstrebenden Ländern gebraucht werden. Das ist kein Grund zur Sorge.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

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