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Ausfälle durch Corona : Continental will die Dividende noch weiter kürzen

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Continental-Reifen in einem Logistikzentrum in Isernhagen Bild: dpa

Durch die schwachen Autoverkäufe während der Pandemie ist Continental zeitweise aus dem Tritt geraten. Der Aktienkurs hat stark gelitten und erholt sich gerade. Doch die Aussicht auf eine attraktive Dividende schwindet für Anleger.

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          Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental will wegen der Coronavirus-Pandemie seine Dividende für das vergangene Geschäftsjahr noch weiter zusammenstreichen. Nun soll der Hauptversammlung am 14. Juli eine Auszahlung von 3 Euro je Aktie vorgeschlagen werden, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte.

          Bisher hatte das Management eine Ausschüttung von 4 Euro je Aktie vorgesehen, das hätte bei 200 Millionen Aktien rund 800 Millionen Euro gekostet. Mit der weiteren Kürzung spart Conti 200 Millionen Euro. Für das Vorjahr 2018 hatte Conti noch 4,75 Euro gezahlt. Die Arbeitnehmerseite bei Conti hatte angesichts der Lage der Automobilbranche einen Verzicht auf die Ausschüttung an die Anteilseigner angeregt.

          Der Autozulieferer ist von der Corona-Krise sehr stark betroffen, da die Autonachfrage in vielen europäischen Ländern nahezu stillstand. Der Aktienkurs hat sich seit Ende Februar von mehr als 110 Euro mehr als halbiert, hat inzwischen aber wieder Boden gutgemacht. Am Mittwoch notierte die Aktie rund 2,5 Prozent im Plus, was angesichts der Kursrally eine der geringsten Steigerungen unter den Dax-Werten war.

          Die Kursgewinne ändern nichts daran, dass Anleger die Dividendenkürzungen zu spüren bekommen. Die DZ Bank hatte kürzlich in einer Studie herausgefunden, dass die Ausschüttungen in diesem Jahr auf das niedrigste Niveau seit der Finanzkrise sinken werden. Die Dividendenprognosen seien seit Jahresbeginn für den Euro Stoxx 50, den Leitindex für den Euroraum, um rund 20 Prozent gesenkt worden und lägen auf dem niedrigsten Wert seit 2006, also schon tiefer als während der Finanz- und Euro-Schuldenkrise.

          26 Prozent der 86 deutschen Unternehmen aus dem H-Dax, der sich aus Dax, M-Dax und Tec-Dax zusammensetzt, zahlen keine oder nur die Mindestdividende. Bei weiteren 15 Prozent der Unternehmen stehe die Auszahlung unter Vorbehalt, weil die Hauptversammlung verschoben worden sei. Solange die Hauptversammlung die Dividende nicht beschlossen hat, kann diese noch gestrichen oder gekürzt werden. Ihre Dividende gestrichen haben dem Dividendenkalender der DZ-Bank-Analysten zufolge unter anderen Thyssen-Krupp, Osram, Puma, Adidas oder die Lufthansa, die Staatshilfen über 9 Milliarden Euro benötigt.

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