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Ifo-Index steigt deutlich : „Waffenstillstand“ mit Trump macht deutschen Managern gute Laune

  • Aktualisiert am

Volkswagen-Autos stehen im Hafen von Emden zur Verschiffung bereit. Bild: dpa

Überraschend stark ist das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft gestiegen. Fachleute nennen dafür mehrere Gründe.

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          Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft ist wegen vorerst ausbleibender amerikanischer Strafzölle auf Autoimporte so gut wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Der Geschäftsklima-Index stieg im August um 2,1 auf 103,8 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilte. Das ist der erste Anstieg seit dem November des vergangenen Jahres.

          Ökonomen hatten zuvor lediglich mit einem leichten Plus auf 101,9 Zähler gerechnet. „Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Sommerhoch“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. „Neben einer starken Binnenkonjunktur trägt der Waffenstillstand beim Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten zur besseren Stimmung bei.“

          Der amerikanischen Präsident Donald Trump hatte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zugesagt, vorerst auf weitere Einfuhraufschläge auf europäische Autos zu verzichten. Stattdessen soll es Verhandlungen zum Abbau von Handelsbarrieren geben.

          „Vor allem die Industrie ist optimistischer“

          Autos gehören zu den größten deutschen Exportschlagern. Höhere Zölle würden deshalb die gesamte Wirtschaft treffen. „Auch dass die beiden wirtschaftlichen Supermächte Amerika und China Handelsgespräche führen, dürfte bei den deutschen Firmenlenkern positiv aufgenommen worden sein“, sagte der Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel. „Damit zeichnet sich ein Silberstreif am Horizont ab.“

          Entwarnung geben Experten aber noch nicht. „Die Sorgen vor einem Konjunkturabschwung sollten einstweilen vertrieben sein“, sagte Uwe Burkert, Chefvolkswirt bei der Landesbank LBBW. „Euphorie wäre jedoch gleichwohl nicht angebracht: Eine Trendwende wird traditionell erst nach drei Anstiegen in Folge diagnostiziert, zudem schwebt das Damoklesschwert eines sich weiter zuspitzenden Handelskonflikts zwischen den Vereinigten Staaten und China weiterhin über der Weltwirtschaft.“

          Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage diesmal besser, die Aussichten für die kommenden sechs Monate ebenfalls. In allen Branchen zog die Stimmung an. In der Industrie endete damit eine Serie von sechs Rückgängen in Folge. „Dies ist auf merklich optimistischere Erwartungen der Industriefirmen zurückzuführen, vor allem in der Automobilbranche“, erklärte Ifo-Chef Fuest. Auch unter den Dienstleistern, im Handel und in der Baubranche hellte sich die Stimmung auf.

          Konsum und Bauboom kurbelten die Konjunktur zuletzt an. Dadurch wuchs Europas größte Volkswirtschaft im zweiten Quartal um 0,5 Prozent, nachdem es zu Jahresbeginn nur zu 0,4 Prozent gereicht hatte. „Die aktuellen Zahlen deuten auf ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent im dritten Quartal hin“, sagte Fuest.

          Wegen Risiken wie einem Aufflammen des Handelsstreits, dem näher rückenden EU-Austritt Großbritanniens oder der Währungskrise in der Türkei rechnen viele Experten aber mit einer langsameren Gangart im zweiten Halbjahr. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt dürfte demnach 2018 mit knapp zwei Prozent schwächer zulegen als in den beiden Vorjahren mit jeweils 2,2 Prozent.

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