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Augenmedizin : Google entwickelt „smarte“ Kontaktlinse zusammen mit Novartis

Linse mit Chip aus dem Forschungslabor Google X. Bild: dpa

Erst die Google-Brille, jetzt eine Google-Kontaktlinse. Sie soll über die Tränenflüssigkeit den Blutzuckerspiegel von Diabetikern messen. Der Schweizer Pharmakonzern Novartis will die Technologie mitentwickeln.

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          Als das Internetunternehmen Google Anfang des Jahres ein neues Projekt vorstellte, tat es das mit einiger Zurückhaltung. Die damals in ersten Ansätzen präsentierte „smarte Kontaktlinse“, deren Computerchips über die Tränenflüssigkeit den Blutzuckerspiegel von Diabetikern messen soll, stehe noch ganz am Anfang, hieß es im Januar. Das Unternehmen äußerte aber die Hoffnung, dass die Technik „irgendwann zu einem neuen Weg führt, mit dem Menschen ihre Zuckerkrankheit kontrollieren können“.

          Auf diesem Weg hat sich der amerikanische Technikkonzern nun mit dem Schweizer Pharmaunternehmen Novartis zusammengetan. Wie Novartis am Dienstag mitteilte, sei sein mit Augenheilkunde befasstes Tochterunternehmen Alcon eine Vereinbarung mit Googles Innovationsabteilung „Google X“ eingegangen, um sich die Rechte an der noch weiter zu entwickelnden Kontaktlinsentechnik zu sichern. Dabei ist Diabetes nur ein Krankheitsbild, für das sich Novartis interessiert. Gemeinsam wolle man eine „smarte Linse“ entwickeln, die das Potential habe, auch andere mit dem Auge verbundene Krankheitsbilder anzugehen, hieß es in der Meldung von Novartis. Namentlich nannte das Schweizer Unternehmen die Altersweitsichtigkeit (Presbyopie). Die Kontaktlinse könnte künftig automatisch dafür sorgen, dass das Auge auch in der Nähe befindliche Objekte wieder scharf sehen kann ohne die bessere Fernsicht zu beeinträchtigen.

          Beide Krankheiten bieten ein riesiges Marktpotential. Nach Angaben der International Diabetes Federation litten im vergangenen Jahr allein 382 Millionen Menschen auf der Welt an der Krankheit. Bis ins Jahr 2035 könnte diese Zahl auf 592 Millionen Menschen steigen. In Deutschland hatten 7,6 Millionen Menschen im Alter zwischen 20 und 79 Jahren Diabetes. Die Zahl der Altersweitsichtigen auf der Welt schätzen Experten auf mehr als anderthalb Milliarden.

          Allerdings wird es noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die Technik so weit entwickelt ist, dass sie Menschen hilft. Der Novartis-Vorstandsvorsitzende Joseph Jimenez sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass es wohl noch bis zu fünf Jahre dauern werde, bis ein fertiges Produkt auf den Markt kommt. „Das wird nicht von einen Tag auf den anderen passieren.“

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