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Auftragsplus in der Industrie : „Rezession vielleicht schwächer als befürchtet“

  • Aktualisiert am

Industrieanlage in Rheinfelden: Gerade die Energieversorgung ist für viele Betriebe ein Thema. Bild: dpa

Die deutsche Industrie berichtet von mehr Aufträgen im Oktober. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht darin einen positiven Aspekt, aber verhaltenen Ausblick.

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          Die deutsche Industrie hat im Oktober nach zwei schwächeren Monaten wieder mehr Aufträge erhalten. Die Bestellungen legten dank der anziehenden Auslandsnachfrage um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gerechnet, nach Rückgängen von 2,9 Prozent im September und 2,0 Prozent im August. Ohne Großaufträge hätte es allerdings auch diesmal einen Rückgang gegeben. Im Vergleich zum Oktober 2021 lag der Auftragseingang kalenderbereinigt um 3,2 Prozent niedriger.

          „Damit haben sich die Bestellungen, die sich seit Sommer 2020 im Zuge von Nachholeffekten und zunehmenden Lieferengpässen zeitweise deutlich gesteigert hatten, nunmehr etwas stabilisiert“, kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium die Entwicklung. „Neben den leicht verbesserten Stimmungsindikatoren ist dies ein weiterer Hinweis darauf hin, dass die Rezession schwächer ausfallen könnte als befürchtet, auch wenn der Ausblick für die Industriekonjunktur verhalten bleibt.“

          Die Bestellungen aus dem Inland nahmen im Oktober um 1,9 Prozent ab, die aus dem Ausland wuchsen hingegen um 2,5 Prozent. Während die Nachfrage aus der Euro-Zone um 2,6 Prozent zulegte, stieg das Neugeschäft mit dem restlichen Ausland um 2,5 Prozent. Die Aufträge für Investitionsgüter wie Maschinen, Fahrzeuge und Anlagen nahmen diesmal um 3,2 Prozent zu, wozu vor allem die starke Nachfrage nach Kraftfahrzeugen beisteuerte. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern gab es einen Rückgang von 1,4 Prozent. Die Bestellungen für Konsumgüter brachen hingegen um 6,3 Prozent ein.

          Die maue Weltkonjunktur, Materialmangel und vor allem die Energiekrise setzen der Industrie derzeit zu. Allerdings sitzen die Unternehmen auf einem dicken Auftragspolster, da viele Bestellungen wegen fehlender Vorprodukte und Rohstoffe nicht abgearbeitet werden konnten.

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