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Image von Berufen : Auf Putzkräfte wird noch immer herabgesehen

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Wichtige Arbeit, geringes Ansehen: Eine Putzkraft reinigt den Fußboden in einem Privathaushalt. Bild: dpa

Es gibt immer mehr Doppelverdienerhaushalte, die Arbeit im Haushalt bleibt liegen. Haushaltshilfen sind deshalb gefragter denn je. Aber der Beruf hat ein großes Imageproblem.

          Haushaltshilfen haben ein Imageproblem: Trotz eines steigenden Bedarfs an Unterstützung in den eigenen vier Wänden klagt die Branche über mangelnde Wertschätzung für Arbeiten wie Fußböden wischen, Fenster putzen oder Wäsche waschen. Rund 70 Prozent der Befragten gaben bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa an, dass Haushaltshilfen nur ein geringes Ansehen genießen. Und 73 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass die Arbeitskräfte im Haushalt oft nur schlecht bezahlt würden und häufig nicht angemeldet seien, heißt es in dem im Auftrag der Bochumer Minijobzentrale vorgelegten Trendreport 2019.

          „Die Gesellschaft hat noch nicht anerkannt, dass Arbeit im Haushalt ein ordentlicher Beruf ist“, beklagte der Präsident des Berufsverbands Hauswirtschaft, Frank Wickert-Meuser. Die Aufgabe im Haushalt sei nichts, was so „nebenbei“ erledigt werden könne. „Das bisschen Haushalt macht sich von allein - ist definitiv nicht zutreffend“, sagte er. Die Reinigungskräfte würden oft nicht nur schlecht bezahlt, sondern auch schlecht behandelt. Mittlerweile sei es in einigen Regionen in Deutschland jedoch bereits sehr schwierig geworden, überhaupt noch Putzhilfen zu finden. Für die Umfrage wurden rund 1500 Bundesbürger befragt.

          Laut der Umfrage geht aber eine knappe Mehrheit (51 Prozent) davon aus, dass das Ansehen der Haushaltshilfen in den vergangenen 20 Jahren gestiegen ist. Jeder Zweite (50 Prozent) hält die Beschäftigung einer Haushaltshilfe für Luxus. Demgegenüber stehen 43 Prozent, die eine Putzhilfe für etwas Normales halten. Derzeit beschäftigen indes nur zwölf Prozent der Haushalte eine solche Hilfe.

          Immer mehr Menschen melden ihre Haushaltshilfe an

          Dabei müssen sich Haushaltshilfen jedoch auch auf kritische Blicke ihrer Arbeitgeber gefasst machen. Besonders überzeugt von ihren eigenen hauswirtschaftlichen Fähigkeiten sind dabei Männer, von denen lediglich etwa jeder zehnte (11 Prozent) angab, eine Haushaltshilfe zu beschäftigen, weil sie die Tätigkeit besser erledigen könne. Bei den Frauen lag dieser Anteil dagegen mit 22 Prozent doppelt so hoch. Knapp ein Drittel der Befragten (29 Prozent) räumte jedoch auch ein, den Putzjob nicht gern selbst machen zu wollen.

          Putzhilfen sind nach den Ergebnissen der Umfrage derzeit vor allem bei Älteren und Berufstätigen zunehmend gefragt. „Setzt sich die Entwicklung unserer Gesellschaft fort, werden Haushaltshilfen in Zukunft nicht nur alltäglich, sondern unverzichtbar sein“, erklärte Heinz-Günter Held, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, zu der die Minijob-Zentrale gehört. So sei die Zahl der angemeldeten Minijobber in Privathaushalten im September 2018 um 1,4 Prozent binnen Jahresfrist weiter gestiegen auf 304.073.

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