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Audi-Kommentar : „Lehmschichten“ im Management

  • -Aktualisiert am

Logo von Audi auf einem Auto während einer Vorstellung in Paris Bild: AP

Die Zeiten der Eitelkeiten sind vorbei. Der Audi-Chef Bram Schot bricht in den Führungsebenen verkrustete Strukturen auf. In der VW-Zentrale hat er verdientermaßen einen Unterstützer seiner Agenda gewonnen.

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          In den vergangenen Jahren hat sich ein schmieriger Begriff für festgefahrene, unbewegliche Strukturen im Management breitgemacht. Und meistens musste jemand von außen kommen, um „Lehmschichten“ zu beseitigen. Ist diese zähe braune Masse erst einmal getrocknet, ist sie nur unter schwersten Mühen zu lösen.

          Bram Schot hat nun diese ebenso überfällige wie schwierige Aufgabe übernommen. Der Niederländer, vor seinem Einstieg für VW-Nutzfahrzeuge tätig, räumt auf, strafft Modellpalette und Entscheidungsstrukturen, um schlagkräftiger und zügiger auf die Herausforderungen der im Umbruch befindlichen Automärkte zu reagieren.

          Jetzt hat er auch endlich die Rückendeckung von VW-Vorstandschef Herbert Diess – ebenfalls ein Zugereister im VW-Imperium – bekommen, der sich zunächst schwertat. Erst im Dezember wurde der zunächst als Übergangschef gehandelte Schot zum festen Vorstandsvorsitzenden von Audi. Schon während der Arbeit als Lückenbüßer hat er mit dem dringend erforderlichen Umdenken begonnen und sich damit auch empfohlen.

          Er hat eine zeitgemäße Philosophie der engen Zusammenarbeit und Vernetzung entwickelt. Vorbei sind damit die Zeiten, in denen frühere Audi-Chefs wie Ferdinand Piëch, Martin Winterkorn oder zuletzt Rupert Stadler ihre Eitelkeiten der Premiummarke mit den vier Ringen gepflegt hatten – auf Kosten des VW-Konzerns.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

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