https://www.faz.net/-gqe-aapm1

Vom 1. Januar 2022 an : Auch Supermärkte und Discounter sollen alte Elektrogeräte annehmen

  • Aktualisiert am

Ausrangierte Elektrogeräte liegen in einem Zentrum für Elektroschrott auf einem Haufen. Bild: dpa

Voraussetzung ist, dass die Läden selbst Elektrowaren verkaufen und eine Mindestfläche von 800 Quadratmetern aufweisen. Mit dem Gesetz will der Bundestag die Recyclingquote anheben.

          1 Min.

          Spätestens vom 1. Juli 2022 an sollen Verbraucher alte Elektrogeräte auch im Supermarkt oder im Discounter kostenlos abgeben können. Das sieht eine Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes vor, die der Bundestag am Donnerstag beschloss. Für kleine Geräte wie Mobiltelefone oder Taschenlampen gilt die Rücknahme unabhängig vom Neukauf eines Produkts. Für größere Altgeräte greift sie beim Kauf eines neuen Artikels.

          Voraussetzung für die erweiterte Rücknahmepflicht ist eine Ladenfläche von mehr als 800 Quadratmetern. Zudem müssen die betroffenen Händler selbst mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten. Hierfür reicht bereits der regelmäßige Verkauf von Lampen aus. Die Gesetzesnovelle sieht auch vor, dass alle Sammelstellen mit einer einheitlichen Kennzeichnung versehen werden. Auf diese Weise sollen Verbraucher die Sammelstellen schnell erkennen.

          Auch Online-Händler sollen ihren Kunden bei jedem Kauf von neuen Elektrogeräten eine kostenlose Abholung und Entsorgung der alten Geräte anbieten. Das Bundesumweltministerium geht davon aus, dass sich durch die neuen Regelungen die Sammel- und Recyclingquote erhöhen wird. „Leicht erreichbare Sammelstellen sind die beste Voraussetzung, um alte Elektrogeräte richtig zu entsorgen. Werden Altgeräte ordentlich gesammelt, können Schadstoffe verlässlich ausgeschleust und wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen werden“, sagte Ressortchefin Svenja Schulze (SPD).

          Alte Handys, Taschenlampen oder Rasierer würden sonst vergessen in Schubladen lagern. „Andere Altgeräte enden im Restmüll oder werden illegal vermarktet. Das muss sich ändern“, forderte Schulze. Nach Angaben ihres Ministeriums wurden rund 86 Prozent der gesammelten Elektroaltgeräte im Jahr 2018 recycelt. Allerdings wurden im selben Jahr nur rund 43 Prozent der in Verkehr gebrachten Elektroaltgeräte auch wirklich gesammelt.

          Die Gesetzesänderung muss noch den Bundesrat passieren und soll am 1. Januar in Kraft treten. Für den Handel gilt eine Übergangsfrist von sechs Monaten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wider die freie Berichterstattung: Russlands Präsident Wladimir Putin, aufgenommen am 1. Mai

          Russischer Journalist Anin : „Die Angst darf dich nicht lähmen“

          Der Investigativjournalist Roman Anin leitet eine Plattform, die Fälle von Korruption, Umweltverschmutzung und Justizwillkür in Russland aufdeckt. Von der verschärften Repression des Kremls lässt er sich nicht beirren.
          Der Spezial-Keller in Bamberg, lange bevor das Coronavirus die Tische leerte.

          Öffnung der Gastronomie : Endlich wieder in den Biergarten

          Nach sechs Monaten Lockdown dürfen viele Restaurants zumindest ihre Terrassen wieder öffnen. Die Betreiber freuen sich – sie sind aber auch überfordert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.