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Explosion : Auch Shell und Jet empfehlen Verzicht auf Erdgas-Betankung

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Die Deutsche Energie-Agentur kritisierte das Vorgehen der Unternehmen als überzogen. In Deutschland stehen rund 900 Zapfsäulen für Erdgas.

          Nach Marktführer Aral haben weitere Tankstellenkonzerne ihren Stationen und Pächtern empfohlen, vorübergehend kein Erdgas mehr zu verkaufen. Shell, Exxonmobil (Esso), Jet und Total erklärten in ähnlichen Stellungnahmen, sie räumten der Sicherheit Vorrang ein und rieten deshalb von der Betankung mit Erdgas ab.

          Auslöser ist ein Unfall vom vergangenen Freitag in Duderstadt, bei dem die Gastanks eines VW Touran geborsten waren und der Fahrer schwer verletzt wurde.

          Ein Total-Sprecher sagte, die Erdgassäulen seien gesperrt worden. Allerdings bleibe eine Betankung nach Rücksprache mit dem Tankstellenpersonal möglich - und zwar für alle Modelle, die nicht von dem Rückruf von Erdgasautos bei VW betroffen seien.

          Nach dem Unfall in Duderstadt leitete die Staatsanwaltschaft Göttingen ein Strafverfahren ein. „Wir ermitteln gegen Unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung“, sagte ein Sprecher am Mittwoch.

          „Das Auto und die Zapfsäule wurden beschlagnahmt“

          Ein VW-Sprecher sagte am Mittwoch, der Touran aus Duderstadt sei Teil eines aktuellen Rückrufes, die Nachbesserung des Wagens habe aber noch nicht stattgefunden.

          Er konnte keine Angaben dazu machen, ob der Hintergrund des Rückrufes bei dem Vorfall in Duderstadt eine Rolle spielte oder ob ein anderer Auslöser infrage komme. Bisher habe nur die Staatsanwaltschaft Zugriff auf das Auto, die VW-Experten nicht.

          In Duderstadt war ein Autofahrer durch umherfliegende Trümmerteile schwer verletzt worden, als der Tank eines VW ouran an einer Erdgaszapfsäule geborsten war. „Das Auto und die Zapfsäule wurden beschlagnahmt“, sagte Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue. Gutachter seien beauftragt, die Ursache der Explosion zu ermitteln und zu klären, wer dafür verantwortlich ist.

          Keine Hinweise auf Ausweitung des Problems

          In Deutschland stehen rund 900 Zapfsäulen für Erdgas, die zumeist nicht den Konzernen gehören, sondern von regionalen Gasversorgern betrieben werden. Zugelassen sind bundesweit knapp 100.000 Autos und Nutzfahrzeuge, die mit Erdgas fahren. Sie haben aber auch noch einen Benzintank.

          Bei Volkswagen läuft schon seit einiger Zeit eine Rückrufaktion von Erdgasautos. Dabei geht es um den vorsorglichen Tausch von Gasflaschen. Betroffen sind mehr als 35.000 Fahrzeuge der Modelle Caddy, Passat und Touran aus den Jahrgängen 2006 bis 2010.

          Hintergrund ist nach VW-Angaben mögliche Korrosion. Sinke dadurch die Wandstärke der Gasflaschen, könne dies zum Bersten und zu erheblicher Verletzungsgefahr führen. Bis zur Umrüstung sollten betroffene Modelle nur im Benzinbetrieb genutzt werden.

          Der VW-Sprecher bekräftigte diesen Sicherheitshinweis am Mittwoch noch einmal. Zudem sei klar, dass nur die genannten Modelle und Jahrgänge zur Werkstatt müssten. Hinweise auf eine Ausweitung des Problems gebe es nicht.

          Die Deutsche Energie-Agentur (dena) kritisierte das Vorgehen der Unternehmen als überzogen. Der Unfall betreffe ein Automodell, das vom Hersteller VW zurückgerufen, aber noch nicht umgerüstet war, sagte ein Sprecher in Berlin. Generell gebe es kein Sicherheitsproblem mit Erdgas-Autos.

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