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Atommüll : Europäische Endlager

Bild: dpa

Deutschland hat sich lange um die Frage der Endlagerung von Atommüll herumgedrückt. Insofern ist es an der Zeit, dass die EU-Kommission nun Druck macht. Dass jeder Staat eigene Endlager schaffen soll, ist weniger einsichtig.

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          Die Zeit sei reif für eine europäische Lösung. So begründete EU-Energiekommissar Günther Oettinger seinen Vorstoß für eine EU-Regelung zur Entsorgung von Atommüll. Vierzehn Mitgliedstaaten betreiben heute Kernkraftwerke, zwei weitere planen den Bau neuer Anlagen. Wie sie den Atommüll langfristig sicher lagern wollen allerdings, haben bisher nur Schweden, Finnland und Frankreich beantwortet. Dort sollen bis 2025 die ersten Endlager der EU eröffnet werden.

          Deutschland hingegen hat sich nach dem Erkundungsstopp für den Salzstock Gorleben lange um die Frage herumgedrückt. Insofern ist es an der Zeit, dass die EU-Kommission nun Druck macht und zumindest konkrete Fahrpläne und hohe Sicherheitsstandards für den Bau solcher Lager einfordert. Dass jeder Staat eigene Endlager schaffen soll, ist weniger einsichtig.

          Geht es nach Oettinger, dürfen nur kleine Staaten und Staaten mit schwierigen geographischen Bedingungen kooperieren. Sinnvoller wäre es wohl, wenn die EU gerade in dieser Frage keine Kleinstaaterei betriebe, ihre Kräfte bündeln und die sichersten Endlager Europas bauen würde. Für eine solche europäische Lösung wäre die Zeit reif.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

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