https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/atomkraft-greta-thunberg-haelt-abschalten-fuer-fehler-18378948.html

Atomkraft in Deutschland : Greta Thunberg hält Abschalten von AKW für Fehler

  • Aktualisiert am

Wünscht sich Atomkraft statt Kohle: Klimaaktivistin Greta Thunberg Bild: dpa

Greta Thunberg würde auf Atomkraft statt Kohle setzen, um die Stromerzeugung aus Gas zu reduzieren. Auch zu einem Ende der AKW in Deutschland nach der aktuellen Krisenphase äußert sich die Klimaaktivistin.

          1 Min.

          Die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg hält es für falsch, die noch aktiven Atomkraftwerke (AKW) in Deutschland abzuschalten und stattdessen verstärkt auf Kohlekraft zu setzen. „Wenn sie schon laufen, glaube ich, dass es ein Fehler wäre, sie abzuschalten und sich der Kohle zuzuwenden“, sagte die Gründerin der Bewegung Fridays for Future im Interview mit „ARD“-Talkmasterin Sandra Maischberger, das am Mittwochabend im Ersten ausgestrahlt wird. Die Aufzeichnung des Gesprächs lag der Deutschen Presse-Agentur vorab vor.

          Es sei „eine schlechte Idee“, auf Kohle zu setzen, solange „das Andere“ noch existiere, erklärte Thunberg weiter. Die Aktivistin bezog sich dabei auf die Krisenstrategie der Bundesregierung, Kohlekraftwerke aus der Reserve zu holen, um die Stromerzeugung aus Gas zu reduzieren. Auch zwei der drei verbliebenen Atomkraftwerke sollen als Notreserve über den eigentlichen Abschalttermin Ende des Jahres am Netz bleiben – allerdings nur bis spätestens Mitte April 2023 und nur unter bestimmten Voraussetzungen.

          „Das ist nicht nachhaltig“

          Auf die Frage, ob die AKW nach der aktuellen Krisenphase überhaupt abgeschaltet werden sollten, sagte Thunberg: „Kommt drauf an, was passiert.“ Es gebe auch sonst Alternativen zum Wiedereinsatz von Kohlekraft. „Ich glaube, dass es andere Wege nach vorne gibt. Mit Erneuerbaren Energien.“ Sie warnte davor, weiterhin in fossile Energie zu investieren – auch wenn sie die Notwendigkeit verstehe, die Bürger vor zu hohen Energiekosten zu schützen, sagte Thunberg. Die Menschen hätten sich aber auch „selbst abhängig gemacht und eine Gesellschaft geschaffen, in der wir nicht in der Lage sind, mehr als ein Jahr in die Zukunft zu schauen. Das ist nicht nachhaltig!“, sagte die 19-Jährige Aktivistin.

          Thunberg kritisierte, dass die Klimakrise immer noch nicht wie eine globale Notlage behandelt werde. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass das möglich sei. Auch in Kriegszeiten dürften die Folgen der Klimakrise aus ihrer Sicht nicht aus dem Blick geraten. „Jeder Krieg ist ein Desaster. Auf ganz vielen Ebenen. Aber wir müssen in der Lage sein, uns mit verschiedenen Dingen zur selben Zeit zu beschäftigen.“

          Weitere Themen

          Huawei muss um sein Geschäft fürchten

          Handelskrieg : Huawei muss um sein Geschäft fürchten

          Der chinesische IT-Ausrüster soll von westlicher Technologie abgeschnitten werden. China reagiert verstört. Doch US-Präsident Joe Biden kann nicht den Vorwurf auf sich sitzen lassen, zu wenig gegen den Konzern zu tun.

          Topmeldungen

          Satiriker Jean-Philipp Kindler

          WDR-Rundfunkrat : Auf Kurs Richtung Sturm

          Stunksitzung in Köln: Auf der 646. Sitzung des WDR-Rundfunkrats wurde ungewöhnlich grundsätzlicher Unmut laut. Intendant Tom Buhrow sieht sich auf dem richtigen Weg.
          Viele Häuser, viele Erklärungen: Wohngebiet in Sankt Augustin nahe Bonn

          Ende der Abgabefrist : Wie es mit der Grundsteuer weitergeht

          In fast allen Bundesländern mussten Immobilieneigentümer bis zum 31. Januar ihre Grundsteuererklärung abgeben. Der Bundesvorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft erklärt, worauf sie nun achten müssen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.