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Umstrittener Atomausstieg : „Jetzt geht das heuchlerische Deutschland in die Knie“

In vollem Gange: Bauarbeiten am Atomreaktor Hinkley Point C Bild: Bloomberg

Das Ausland reagiert zum Teil mit Häme auf den deutschen Kurs. Während britische Medien Berlins Energiepolitik mit drastischen Formulierungen geißeln, verpacken die Franzosen ihre Kritik bisher noch höflich.

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          In Großbritannien verfolgt man die deutsche Energiepolitik und insbesondere den Atomausstieg überwiegend mit Verwunderung, zum Teil auch mit Kopfschütteln. Zu einem direkten deftigen Kommentar über Berlins Energiepolitik lässt sich in Westminster zwar niemand hinreißen, die britischen Politiker wollen höflich bleiben.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.
          Niklas Záboji
          Wirtschaftskorrespondent in Paris

          Aber auf Nachfrage klingen die Differenzen doch deutlich heraus. „Wir im Vereinigten Königreich sehen Kernenergie mit einer großen Zukunft“, betont Greg Hands, Minister für Energie und Klima, gegenüber der F.A.Z. „Unser Ziel ist es, den Anteil von Atom bis 2050 auf 25 Prozent zu heben, wenn wir Nettonull-CO2-Emissionen erreichen wollen.“ Und er fügt hinzu: „Wir rufen alle Freunde und Verbündeten auf, sich von russischen fossilen Energieträgern zu verabschieden – Atomstrom ist dabei ein großer Teil dieser Lösung.“

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