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Astra-Zeneca-Impfstoff : Zu viel Vorsicht ist tödlich

Vor wenigen Tagen noch erlaubt: Einer Krankenschwester wird der Astra-Zeneca-Impfstoff verabreicht. Bild: AFP

In der deutschen Impf- und Testpolitik hatte die größtmögliche Sicherheit immer Vorrang vor pragmatischem Handeln. Am Ende steht eine übermäßige Vorsicht, die – man muss es so klar sagen – wahrscheinlich Menschenleben kostet.

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          Je länger die Corona-Pandemie dauert, desto deutlicher werden zwei Versäumnisse im Krisenmanagement, die das Licht am Ende des Tunnels in weitere Ferne rücken lassen. Zum einen scheint kein professionelles Bewusstsein für einen vernünftigen Umgang mit Risiken zu herrschen. Das führt immer wieder zum Handeln „auf Nummer sicher“ und damit zu Verzögerungen in der Corona-Bekämpfung. Zum anderen fehlt den Krisenmanagern die Bereitschaft, auch persönlich stärker ins Risiko zu gehen – also mehr Verantwortung zu übernehmen und auch den Bürgern mehr Eigenverantwortung zuzutrauen. Beides wird an dem aktuellen Impfstopp für den Wirkstoff von Astra-Zeneca einmal mehr deutlich.

          Dass die Menschen auf irrationale Art risikoscheu sind, ist keine Neuigkeit. Mit Nobelpreisen dekorierte Wirtschaftsforscher predigen seit langem, dass über Jahrtausende entstandene geistige Dispositionen dem Menschen das Leben unnötig schwermachen: Der Durchschnittsbürger streicht lieber einen kleinen Geldbetrag ein, als auf einen ungleich höheren, aber unsicheren Gewinn zu spekulieren. Dabei wäre der errechnete „Erwartungswert“ für den Gewinn in der zweiten Variante deutlich größer. An der Börse wird die Risikoaversion sichtbar, wenn Anleger panisch reagieren, sobald sie etwas Geld verlieren, während sie sich über einen gleich hohen Gewinn kaum freuen. Einzelne negative Nachrichten bewerten Menschen zudem übermäßig stark. Diese selektive Wahrnehmung verhindert, die Lage ausgewogen und mit etwas Distanz zu betrachten.

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