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Rohstoffförderer Aserbaidschan : Der Krieg einer Öl-Macht

Spuren der Verwüstung: Ein Mann steht in einem zerstörten Mehrfamilienhaus in Tartar, Aserbaidschan. Bild: dpa

Aserbaidschan liefert wichtige Rohstoffe nach Europa. Ein militärischer Konflikt mit Armenien könnte die Handelsbeziehungen nun gefährden. Die Türkei will das verhindern – aus eigenem Interesse.

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          Für die Wirtschaft gibt es Chancen über Chancen. So als wäre in der Region in den vergangenen Wochen kein militärischer Konflikt ausgebrochen, will keiner der Redner auf dem ersten Kaspisch-Europäischen Forum am Donnerstag auch nur eine einzige dieser Chancen auslassen: Der kirgisische Außenminister lobte die Ressourcen für grüne Energie, der kasachische Industrieminister hebt die Möglichkeiten der Wasserstoffproduktion hervor, der iranische Energieminister preist sein Land als Brücke von Asien nach Europa, Aserbaidschans Energieminister seines als zuverlässigen Öl- und Gaslieferanten Europas und künftigen Knotenpunkt auf der Glasfaserstrecke nach Asien. Eine „Region der Möglichkeiten“, sagt auch Michael Harms, der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Doch die Realität holt die Teilnehmer der Konferenz im Berliner Hotel Titanic ein. Die internationalen Sanktionen gegen Iran verbauen seit Jahren Geschäftsmöglichkeiten, und vor allem der frisch ausgebrochene bewaffnete Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien um Nagornyj Karabach mit Dutzenden Toten zeigt, wie fragil die Lage ist. Von einer „großen Bedrohung für die Sicherheit und Prosperität der Region“ spricht der aus Baku zugeschaltete Parviz Shahbazov, viele Jahre Botschafter in Berlin und seit 2016 Minister für Energie im autoritär regierten Aserbaidschan. Er wirft Armenien vor, die neue Aggression begonnen zu haben – ein Vorwurf, der sich aus der Ferne nicht klären lässt.

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