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Arzneimittelskandal : Bundestag beschließt Anhebung der Contergan-Renten

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Das Schlafmittel Contergan steht für den größten Arzneimittel-Skandal der deutschen Nachkriegsgeschichte. Das Medikament führte zu schweren körperlichen Missbildungen bei Neugeborenen, deren Mütter es in der Schwangerschaft eingenommen hatten. Bild: AP

Knapp 2700 Contergan-Opfer beziehen eine Contergan-Rente. Die Höhe richtet sich nach der Stärke der Schädigung und liegt gegenwärtig zwischen 255 Euro und höchstens 1152 Euro im Monat. Jetzt werden die Contergan-Renten deutlich erhöht.

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          Die etwa 2700 noch lebenden Contergan-Opfer erhalten deutlich mehr Rente. Rückwirkend zum Januar erhöhte der Bundestag am Donnerstagabend einstimmig die monatlichen Zahlungen von maximal 1152 Euro auf einen Höchstbetrag von 6912 Euro. Der Bund stellt für die Anhebung 90 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es zusätzlich 30 Millionen Euro für Sonderbedürfnisse der Betroffenen, etwa für spezielle Heilbehandlungen.

          Die Kompensation fehlender Hände, Arme oder Beine hat bei Contergan-Geschädigten zu schweren Haltungsschäden geführt. Die meisten klagen über Schmerzen, die Hälfte der heute etwa 50 Jahre alten Opfer ist pflegebedürftig.

          Das Contergannetzwerk bezeichnete die Anhebung der staatlichen Zuwendungen als kleine Revolution. „Die massive, 50-jährige Unterversorgung der Geschädigten hat damit ein Ende“, sagte der Vorsitzende der Interessenorganisation, Christian Stürmer.

          Contergan steht für den größten Arzneimittel-Skandal der deutschen Nachkriegsgeschichte. 1957 brachte das Pharmaunternehmen Grünenthal das Schlafmittel auf den Markt, das damals von vielen Schwangeren genommen wurde. Doch bald kamen etwa 10.000 Kinder mit schweren Missbildungen an Armen und Beinen auf die Welt. Allein in Deutschland waren es ungefähr 5000. Seit Anfang der 70-er Jahre erhalten die Geschädigten eine Rente, für die der Bund und die Firma Grünenthal aufkommen.

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