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Für die zweite Corona-Welle : Spahn deutet zweiten Pflegebonus an

  • Aktualisiert am

Zwei Pflegerinnen in Schutzausrüstung in einem Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen Bild: dpa

1000 Euro Bonus gab es für Pflegekräfte und Beschäftigte in Kliniken nach der ersten Welle – aber nur, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt waren. Jetzt denkt Spahn über einen zweiten Bonus nach und kritisiert Reisen nach Osteuropa.

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          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Nachbesserungen bei der Corona-Prämie für Pflegekräfte in Aussicht gestellt. Die Entscheidung für eine 1.000-Euro-Prämie sei im Sommer mit Blick auf das Infektionsgeschehen im Frühjahr getroffen worden, sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend im ZDF. Nach der zweiten, heftigeren Infektionswelle und der „Maximalbelastung“ müsse man über eine weitere Regelung für einen steuerfreien Bonus im kommenden Jahr nachdenken.

          Spahn verwies darauf, dass eine mögliche neue Regelung alle berücksichtigen sollte, die unter den Bedingungen der Pandemie auf Intensivstationen arbeiteten, sagte Spahn weiter. Dazu gehörten etwa auch Reinigungskräfte. Zudem sei die Altenpflege abermals stark belastet. Genau so wichtig sei es aber, den Pflegeberuf insgesamt aufzuwerten. Daran werde seit zwei Jahren intensiv gearbeitet.

          Auch der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, betonte im Deutschlandfunk, es brauche nicht nur einen einmaligen Bonus, sondern eine generell höhere Vergütung von Pflegekräften. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass hier dringend nachgebessert werden müsse, damit man auch mit Blick auf mögliche weitere Pandemien besser vorbereitet sei.

          Die Bundesregierung hatte im Sommer entschieden, dass Pflegekräfte in Altenheimen sowie Beschäftigte in Kliniken eine einmalige Corona-Prämie in Höhe von 1000 Euro bekommen sollten. Kritiker hatten moniert, dass wegen der Kriterien für die Verteilung der Gelder viele Beschäftigte außen vor bleiben. Berücksichtigt wurden nur Krankenhäuser, die bis zum Stichtag im September durch die Corona-Pandemie besonders belastet wurden. 70 Prozent der Kliniken in Deutschland werden deshalb bei der Prämie nicht einbezogen.

          Impfangebot für alle bis Sommer

          Spahn geht zudem davon aus, bis zum Sommer allen Bürgern in Deutschland ein „Impfangebot“ machen zu können – sofern die Impfstoffe, die sich in der Endphase der Studien befinden, auch eine Zulassung erhalten. Das sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. Er rechne bis Ende März mit elf bis zwölf Millionen Impfdosen.

          Es sei von Anfang an klar gewesen, dass es „zu Beginn knapp sein würde“, betonte der Gesundheitsminister. Deshalb werde es weiterhin nötig sein, bei dem zeitlichen Ablauf nach Gruppen zu priorisieren. Bis Ende dieses Jahres könne der Bund 1,3 Millionen Dosen des Herstellers Biontech an die Bundesländer ausliefern lassen. Ab Sonntag werde es dann vor allem in den Pflegeheimen losgehen. „Diese Dosen werden schon einen großen Unterschied machen können für viele Pflegeeinrichtungen“, sagte Spahn.

          Gleichzeitig appellierte Spahn an die Bevölkerung, auch weiterhin Kontakte zu reduzieren. Die Situation in den Kliniken sei sehr angespannt: „Da ist gerade Hochlast. Eine sehr belastete Situation. Viele reden gerade darüber, wie sie Weihnachten feiern. Die Pflegekräfte werden gar nicht viel zum Feiern kommen. Sie werden arbeiten müssen.“ Die Bürger entschieden mit ihrem Verhalten jetzt darüber, „wie es anschließend auf den Intensivstationen weitergeht“.

          Spahn warnt vor Reisen

          Spahn warnte auch vor dem Corona-Risiko durch heim- und zurückreisende Menschen aus ost- und südosteuropäischen Ländern. „Nach allem was ich sehe, finden wieder sehr viele Heimat- und auch Verwandtschaftsbesuche statt in Osteuropa, Balkan, Türkei“, sagte der CDU-Politiker in einem am Dienstagabend ausgestrahlten Interview von RTL/ntv. Man müsse miteinander sehr aufpassen, dass durch die Rückreise nicht „gleich eine neue Welle, ein neuer Impuls entsteht“.

          „Deswegen bin ich dankbar, dass etwa Bayern heute auch sehr klar noch mal gesagt hat: Die Testpflicht wird auch durch- und umgesetzt“, sagte Spahn. Alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten unterliegen ab Mittwoch in Bayern einer Corona-Testpflicht. Dies hat am Dienstag das bayerische Kabinett in München beschlossen.

          Nach mehreren anderen Staaten, darunter Großbritannien, Kanada und die Vereinigten Staaten, beginnen am Sonntag auch in Deutschland die Impfungen gegen das Coronavirus. Je Person sind zwei Impfungen vorgesehen. Als erstes sollen die über 80-Jährigen, Personal und Bewohner von Pflegeheimen sowie Gesundheitspersonal mit sehr hohem Infektionsrisiko geimpft werden. Nach Angaben des Herstellers Biontech liegt die Wirksamkeit des Impfstoffs bei 95 Prozent.

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