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Wohlstand : Woher die Reichen ihr Vermögen haben

Darf es auch eine Nummer größer sein? Bild: dpa

Haben die Reichen ihr Vermögen nur geerbt? Nicht unbedingt. Die meisten nennen eine andere Hauptquelle ihres Reichtums.

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          Über die wirklich reichen Haushalte in Deutschland sind bislang wenig Details ihrer Vermögensherkunft bekannt. Die regelmäßigen Haushaltsbefragungen des Sozioökonomischen Panels erfassen die ganz Reichen nicht. Milliardäre und Multimillionäre scheuen es, sich in die Karten blicken zu lassen. Nun haben Verteilungsforscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und ein Professor der Universität Potsdam mit einer Befragung von 130 Personen aus Millionärshaushalten erstmals etwas Licht darauf werfen können, wie die Reichen zu ihrem Vermögen kommen. Die Studie wurde im Auftrag des Arbeits- und Sozialministeriums von Andrea Nahles (SPD) erstellt. Befragt wurden Haushalte, die ein Netto-Geldvermögen von mehr als einer Million Euro hatten. Die Umfrage von TNS Infratest war allerdings nicht repräsentativ, wie das DIW einräumt, denn sie basierte nicht auf einer Zufallsstichprobe.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          40 Prozent der Befragten gaben an, der Hauptgrund für ihr Vermögen sei ihre Arbeit als Unternehmer oder Selbständige, aus der sie hohe Einkommen beziehen. 35 Prozent gaben an, der Hauptgrund seien Erbschaften oder Schenkungen gewesen. In seiner Pressemitteilung fokussiert das DIW hingegen vor allem auf die Tatsache, dass überdurchschnittlich viele Vermögende geerbt haben. Etwa drei Viertel der befragten Reichen über 40 Jahre haben schon eine oder mehr Erbschaften oder Schenkungen erhalten, wogegen in der Gesamtbevölkerung lediglich gut ein Drittel der Über-40-Jährigen schon in den Genuss einer Erbschaft gekommen ist. Zwei Drittel der befragten Reichen gaben an, Erbschaften oder Schenkungen seien ein relevanter Grund dafür, dass sie heute vermögend sind, gefolgt von 60 Prozent, die unternehmerische oder selbständige Tätigkeit angaben.

          Die Reichen sind älter als die übrigen Deutschen

          Der DIW-Verteilungsforscher Markus Grabka nutzte die Umfrage, um seine Forderung nach einer höheren Erbschaftsteuer zu wiederholen. „Ein Überdenken der gegenwärtig milden Erbschafts- und Schenkungssteuer halte ich persönlich für sinnvoll“, sagte er.

          Unter den vermögenden Frauen fällt auf, dass 36 Prozent eine Heirat mit einem reichen Ehepartner als einen Grund für ihren Reichtum angeben, wogegen dies umgekehrt bei Männern nur 19 Prozent sagen. Laut der Befragung sind die Vermögenden weit überwiegend männlich (drei Viertel) und in fortgeschrittenem Alter (durchschnittlich 59 Jahre, drei Jahre älter als der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung). Mehr als die Hälfte der Vermögenden sind Akademiker, unter den sehr Reichen haben sogar drei Viertel einen Hochschulabschluss.

          Auch zur Arbeitssituation hat die Umfrage einiges Interessantes ergeben. Die Reichen arbeiten durchschnittlich deutlich mehr als die Gesamtbevölkerung in Deutschland. Während bei allen Erwerbstätigen die durchschnittliche Wochenarbeitszeit 39 Stunden beträgt, arbeiten die befragten Reichen im Schnitt 48 Stunden. Sie bezeichnen sich auch als etwas risikofreudiger als die Gesamtbevölkerung, zudem zeigen sie sich überdurchschnittlich zufrieden mit ihrem Leben.

          Beim Geldvermögen der Deutschen geht es um gewaltige Summen. Laut Meldung der Bundesbank vom Mittwoch ist es zum Ende des zweiten Quartals mit insgesamt 5,4 Billionen Euro auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Die Daten der Bundesbank zeigen abermals, dass die Deutschen bei ihren Investments eher risikoscheu sind. Sie setzen auf Sichteinlagen und Sparkonten (gut 2 Billionen) und Lebensversicherungen, nur wenige haben Aktien. Das Gesamtvermögen der Deutschen, zu dem neben Geldvermögen auch Betriebsvermögen sowie vor allem Immobilienbesitz zählen, betrug nach den jüngsten verfügbaren Daten des Statistischen Bundesamts Ende 2014 mehr als 12 Billionen Euro.

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