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Debatte um Mindestlohn : Das Leben im Niedriglohnland

Ein Kellner zieht Wasser von einer Bierbank in Stuttgart. Bild: dpa

Deutschland hat einen der größten Niedriglohnsektoren in Europa. Deshalb will die Politik jetzt den Mindestlohn stark erhöhen. Das gefährdet nicht nur Arbeitsplätze, sondern könnte auch das Ziel verfehlen.

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          Die Grünen haben gerade auf ihrem Parteitag dafür gestimmt. Die Linke erhebt die Forderung ohnehin seit langem. Die SPD macht sich auch dafür stark, und führende CDU-Politiker sehen ebenfalls Handlungsbedarf: Die Rede ist vom gesetzlichen Mindestlohn. In seltener parteiübergreifender Einigkeit erschallt der Ruf nach einer deutlichen Aufstockung der Lohnuntergrenze am deutschen Arbeitsmarkt.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Die Unternehmen sollten am Lohn nicht sparen“, findet der Sozialdemokrat Olaf Scholz, Vizekanzler und Bundesfinanzminister. Derzeit liegt der Mindestlohn in Deutschland bei 9,19 Euro in der Stunde. Scholz will ihn ebenso wie die Linke und die Grünen um 30 Prozent auf 12 Euro nach oben hieven. Auch Karl-Josef Laumann, Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), hält den bisherigen Mindestlohn in Deutschland für eine „Riesenenttäuschung“. Wer jeden Tag schufte, der habe mehr verdient, wetterte der CDU-Mann aus Nordrhein-Westfalen kürzlich.

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