https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/wer-arm-ist-bekommt-frueher-krebs-17638137.html

AOK-Studie : Wer arm ist, bekommt früher Krebs

  • Aktualisiert am

Eine übergewichtige Frau läuft auf einem Gehweg in Halle. Bild: Peter Endig/dpa

Im Schnitt sieben Jahre eher als Gutverdiener erkranken Menschen an Krebs, wenn sie nur sehr wenig Einkommen oder Rente haben. Das liege auch an Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht, befindet eine Krankenkasse.

          1 Min.

          Je ärmer die Menschen, desto früher erkranken sie laut aktuellen Statistiken an Krebs. „Männer und Frauen mit niedrigem sozioökonomischen Status erkranken durchschnittlich sieben Jahre früher als Menschen mit höherem sozioökonomischen Status“, heißt es im noch unveröffentlichten Onkologie-Report der AOK Rheinland/Hamburg, der der Zeitung Rheinische Post vorliegt. Der Unterschied zeige sich ausnahmslos bei allen Krebsarten.

          So erkrankten Frauen, die eine Monatsrente von weniger als 800 Euro haben, im Schnitt erstmals mit 72,8 Jahren an Brustkrebs. Frauen mit einer Rente über 1.600 Euro seien dagegen im Schnitt 80,4 Jahre alt, heißt es in der Studie.

          Ähnlich das Thema Darmkrebs bei Männern: Rentenbezieher mit monatlich unter 800 Euro seien im Schnitt erst 71,3 Jahre alt, wenn Darmkrebs diagnostiziert wird. Bei Männern mit mehr als 1.600 Euro liege das Erkrankungsalter hingegen bei 77,6 Jahren.

          „Risikofaktoren bei Menschen mit niedrigem sozioökonomischen Status sind der höhere Anteil an Rauchern, weniger sportliche Aktivität, ein ungünstiges Ernährungsverhalten und die stärkere Verbreitung von Adipositas“, schreibt die AOK. Adipositas bezeichnet starkes oder krankhaftes Übergewicht.

          Zu wenige gehen zur Früherkennung

          Auch liege die Teilnahmequote für Früherkennungsangebote bei unter 50 Prozent, berichtet die AOK. Frauen gehen dabei deutlich öfter zur Vorsorge als Männer. Zudem gebe es große regionale Unterschiede.

          2020, im Jahr des Ausbruchs der Corona-Pandemie, sei die Nutzung der Vorsorgeprogramme gegenüber den Vorjahren um bis zu 20 Prozent eingebrochen, heißt es in dem Report weiter. „Es zeigt sich, dass gerade bei Männern noch erhebliches Potenzial besteht, das Bewusstsein für die Bedeutung der Früherkennung zu schärfen“, sagte der Chef der AOK Rheinland/Hamburg, Günter Wältermann.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Für die Fotografen ziemlich gute Freunde: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und sein amerikanischer Kollege Joe Biden

          Wirtschaftspolitik : Die neue amerikanische Herausforderung

          Europa fühlt sich durch die Inflationsbekämpfung in den USA unter Druck gesetzt. Doch statt einer schuldenfinanzierten Antwort, braucht es eine wirtschaftliche Erneuerung, und zwar ganz besonders in Deutschland.
          Nach dem Mord an Lola trauern Einwohner der Stadt Fouquereuil um die Schülerin.

          Migrationsdebatte in Paris : Die Stimmung kippt nach dem Mord an Lola

          Die Mehrheit der Franzosen spricht sich gegen weitere Zuwanderung aus – auch wegen des Mords an einer Schülerin. Die mutmaßliche Täterin wurde über Jahre nicht abgeschoben. Ein neues Gesetz soll den Missstand beseitigen.
          Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) im November

          Faeser über Umsturzpläne : „Abgrund terroristischer Bedrohung“

          Ein Netzwerk von „Reichsbürgern“ und „Querdenkern“ soll einen Staatsstreich geplant haben – darunter ein KSK-Soldat, frühere Soldaten und Polizisten, auch Ärzte und eine frühere AfD-Abgeordnete. Bei einer Razzia wurden 25 Beschuldigte festgenommen.

          Ausschreitungen nach WM-Siegen : Woher kommt die marokkanische Gewalt?

          Marokko zwischen Freude, Jubel, Zerstörung und Terror: Bei der Fußball-WM gelingt ausgerechnet gegen Spanien die große Sensation, doch anschließend wird längst nicht nur gefeiert. Die Ursachen dafür reichen tief.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.