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Wirtschaftspolitik : Gefahr für die Globalisierung

Der Name sagt schon alles: Das Containerschiff „Kyoto Express“ der Reederei Hapag-Lloyd wird auf dem Container Terminal Altenwerder in Hamburg umgeschlagen. Bild: dpa

Heute wirkt die Globalisierung erstmals seit Jahrzehnten ernsthaft bedroht. Gleichzeitig wird der wirtschaftliche Wandel zahlreiche ordentlich bezahlte Jobs kosten. Es wäre gut, wenn die Politik die Folgen nicht erst entdeckt, wenn es zu spät ist.

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          Die wirtschaftlichen Kosten einer unter der Pandemie und wachsenden geopolitischen Spannungen leidenden Globalisierung kommen langsam daher, aber sie kommen. Versorgungsengpässe mit wichtigen Ausrüstungsgütern wie Chips beeinträchtigen vor allem die Produktion in der Industrie und damit das Wirtschaftswachstum in den reichen Ländern. Und wo Güter ankommen, werden sie deutlich teurer. Im Juni sind in Deutschland die Erzeugerpreise um 8,5 Prozent gestiegen; nach aller Erfahrung wird sich zumindest ein Teil dieses Anstiegs in den kommenden Monaten auch in den Verbraucherpreisen niederschlagen.

          Viele Unternehmen beginnen an der Zuverlässigkeit der internationalen Lieferketten zu zweifeln und wollen daher wieder größere Lagerbestände vorhalten, was ebenfalls die Kosten treiben wird. Geopolitisch nachvollziehbar, industrie- wie standortpolitisch verlockend, wirtschaftlich in aller Regel aber ineffizient und in ökologischer Sicht nicht zwingend vorteilhaft sind Neigungen, Industrieproduktion aus billigen Schwellenländern in die teuren Industrienationen zurückzuverlagern. Ökonomen um Gabriel Felbermayr, den Präsidenten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, haben kürzlich in einer Arbeit gezeigt, wie sehr ein Rückbau der globalen Lieferketten langfristig allen Beteiligten schadete.

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