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Neue Tickets und mehr : Was die Bahn für treue Kunden und Pendler vorhat

Die Bahn will sich attraktiver machen auch für die Zeit nach der Krise. Bild: dpa

Die Bahn bereitet sich schon für die Zeit nach der Corona-Krise vor. Und macht ein Angebot für Bahncard-Besitzer.

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          Die Deutsche Bahn stellt sich darauf ein, dass sich das Arbeitsleben vieler Abo- und Stammkunden in der Corona-Krise drastisch verändert hat. Pendlern, die auch zuhause arbeiten, bietet sie jetzt ein flexibles Ticket an. „Das Homeoffice gehört zunehmend zum Arbeitsalltag“, sagte der Vorstandsvorsitzende von DB Fernverkehr, Michael Peterson: „Viele fahren nicht mehr jeden Tag zu ihrem Arbeitsplatz, sondern arbeiten einen Tag oder zwei Tage pro Woche von zuhause aus. Diese Kunden brauchen Flexibilität.“ Sie können künftig eine 20-Fahrten-Karte für eine festgelegte Strecke mit mindestens einer Teilstrecke im Fernverkehr (mit dem ICE oder IC) erwerben.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Das Ticket für die 1. und 2. Klasse ist 30 Tage im Voraus ausschließlich online zu buchen. Das Angebot der Bahn läuft erst einmal bis zum kommenden Sommer. Nach dem Kauf der 20 Fahrten können diese einzeln innerhalb eines Monats flexibel für die Hin- oder Rückfahrt eingelöst werden; eine Zugbindung gibt es nicht.

          Das 20-Fahrten-Ticket ist nach Angaben der Bahn bis zu einem Drittel günstiger als die vergleichbare Monatskarte auf derselben Strecke. Wie eine Zeitkarte ist das Ticket nicht übertragbar und nur in Verbindung mit einem amtlichen Ausweis gültig.

          Gutscheine für treue Kunden

          Stammkunden, die während der harten Phase der Corona-Pandemie ihre Zeitkarte nicht wie gewohnt nutzen konnten, erstattet die Bahn überdies aus Kulanz einen Teil ihrer Kosten für das Bahn-Abonnement. Wie der Sprecher von DB Fernverkehr bestätigte, soll jeder Kunde mit einer Bahncard 100 einen Gutschein von bis zu 1000 Euro erhalten. Geplant seien „individuelle Lösungen“. Die rund 50.000 Inhaber der Bahncard 100 mussten sich deshalb bis Ende Mai bei der Bahn melden.

          Die Bahncard 100 ermöglicht Reisen durch ganz Deutschland mit Fern- und Regionalzügen einschließlich City-Tickets; sie kostet in der zweiten Klasse jährlich 3952 Euro und in der ersten Klasse 6685 Euro. Der Bahnsprecher betonte, die Stammkundschaft der Bahn sei treu. Es gebe kaum Kündigungen, die Zahlen bewegten sich zurzeit auf dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt bringen die Stammkunden dem Konzern mehr als 40 Prozent des Umsatzes im Personenverkehr.

          Die anderen Bahncard-Kunden entschädigt die Bahn aus Kulanz mit bis zu 50 Euro. Inhaber einer Bahncard 25 in der zweiten Klasse sollen einen Reisegutschein im Wert von zehn Euro bekommen, Inhaber der Bahncard 50 in der ersten Klasse einen Gutschein über 50 Euro.

          Die Reisegutscheine sind drei Jahre gültig. Fahrkarten, die bis zum 13. März gekauft wurden und für Reisen bis zum 4. Mai galten, können kostenlos in einen Gutschein umgetauscht werden. Die Kunden können die Fahrkarten auch bis Ende Oktober flexibel nutzen – ohne Bindung an einen bestimmten Zug.

          Die Deutsche Bahn hatte in der Zeit des Lockdowns zwar etwa drei Viertel ihres Angebots im Fernverkehr aufrecht erhalten, aber einen Einbruch der Nachfrage auf bis zu 10 Prozent der Fahrgäste verbuchen müssen. Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie kann die Deutsche Bahn mit einer Aufstockung ihres Eigenkapitals durch den Bund um 5 Milliarden Euro rechnen.

          Die Beihilfe muss aber noch von der EU-Kommission noch genehmigt werden. Außerdem darf die Bahn sich voraussichtlich höher verschulden – die Verschuldungsgrenze soll von gut 25 auf 30 Milliarden Euro angehoben werden.

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