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Bedingungslose Grundrente : Was Deutschland vom niederländischen Rentensystem lernen kann

Deutschlands Rentensystem belegt im Expertenvergleich nur einen Platz im oberen Mittelfeld. Bild: dpa

Bedingungslose Grundrente und kapitalgedeckte Betriebsrente – mit dieser Mischung sind die Niederlande zum Vorbild geworden. Trotz der Niedrigzinsen gilt ihr System als stabil. Kann Deutschland daraus lernen?

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          Am 20. März gehen die Niederländer zur Wahl in den zwölf Provinzen. Sie ist bedeutend für die Zusammensetzung der Ersten Kammer, die in der Gesetzgebung mitredet. Eines der heißen Themen: die Rente. Zwei Tage vor der Wahl – der Zeitpunkt ist kein Zufall – stehen Protestaktionen von Gewerkschaften an, von Leeuwarden bis Heerlen, von Arnheim bis Rotterdam. Es geht um Fragen wie das Renteneintrittsalter – oder wie Selbständige abzusichern sind. Wieder einmal stehen nämlich Reformpläne zur Debatte; gerade preschte Sozialminister Wouter Koolmees mit umstrittenen Ideen vor.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Proteste hin oder her – im großen Bilde betrachtet gilt das Rentensystem der Niederlande als Vorbild, mit seinen zwei wichtigsten Säulen: einer fast bedingungslosen staatlichen Grundrente sowie Pensionsfonds für Arbeitnehmer. Als dritte Säule kommt individuelle Vorsorge hinzu. Das System kombiniert also Armuts- mit einer Lebensstandardsicherung. Und es kombiniert ein Umlagesystem mit einer Kapitalfinanzierung. Der „Global Pension Index“ der Beratung Mercer sieht das Rentensystem der Niederlande auf Platz 1 von 34 Ländern, weit vor Deutschland auf Platz 13. Die OECD zählt es zu den großzügigsten unter ihren 36 Mitgliedern.

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