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DGB-Chef Hoffmann am 1. Mai : Arbeiterführer auf Abstand

Mit „Teilhabe am Aufschwung“ ist es vorbei: Künftig wird es für DGB-Chef Reiner Hoffmann darum gehen, Arbeitnehmer und Sozialleistungsbezieher vom Abschwung abzukoppeln. Bild: dpa

Großkundgebung mit Volksfestcharakter: So bestreitet der oberste Gewerkschafter sonst den 1. Mai. Diesmal gibt es Reiner Hoffmann nur im Netz. Eine große Bühne hat er trotzdem.

          3 Min.

          Der 1. Mai, bekannt als Tag der Arbeit, ist schon immer ein historisches Datum – jedenfalls seit 1886. Damals endete eine Kundgebung für kürzere Arbeitszeiten in Chicago in einem Blutbad, ausgelöst durch eine Bombe und Schüsse der Polizei. Die Erinnerung an diese Ereignisse in einer Form gemeinschaftlicher Selbstbestärkung begründete den alljährlichen Feiertag der Gewerkschaftsbewegung.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Der 1. Mai 2020 wird für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und seinen Vorsitzenden Reiner Hoffmann allerdings auf andere Weise zum historischen Datum: Erstmals in der Nachkriegsgeschichte fallen die üblichen Kundgebungen, zu denen sich sonst mehr als 350.000 Menschen auf Straßen und Plätzen versammeln, aus. Erzwungen haben das aber weder der Klassenfeind noch ein brutaler Obrigkeitsstaat, sondern jenes Virus, das keine Klassenunterschiede kennt.

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