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Vermögensabgabe für Reiche : Steuerschäden

Die Debatte um eine Vermögenssteuer reißt nicht ab. Bild: dpa

Eine Steuer oder Abgabe auf Vermögen zu fordern ist leicht. Doch sie durchzusetzen, ohne dass Investitionen zurückgehen und Kapital abwandert, ist sehr viel schwieriger.

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          Der Wegfall der Vermögensteuer vor mehr als zwei Jahrzehnten ist eine schwärende Wunde für jeden Linken. Die SPD hat sich schon für eine Wiederbelebung ausgesprochen. Die Parteivorsitzende Saskia Esken hat zudem unlängst eine einmalige Abgabe für Reiche ins Spiel gebracht.

          Einfach zu verwirklichen ist weder das eine noch das andere. So sind vorher einige Fragen zu klären: Wie bewertet man Vermögen, für das es keine Preise am Markt gibt? Darf man ertraglose Unternehmen schwächen, indem man ihre Substanz anzapft? Schont man das Betriebsvermögen, um das zu vermeiden: Scheitert eine solche Steuer oder Abgabe dann nicht abermals vor dem Bundesverfassungsgericht?

          Klar ist nur eins: Reiche, die das Gefühl vermittelt bekommen, sie sollen zweimal rasiert werden, lassen sich das nicht einfach gefallen. Sie werden Investitionen überdenken. Viele Länder haben ihre Vermögensteuer abgeschafft, weil sie die damit verbundenen Ausweichreaktionen und Wachstumsverluste nicht länger tragen wollten. Das alles zeigt: Eine Steuer oder Abgabe auf Vermögen ist leichter zu fordern als ohne Schaden für das Gemeinwesen durchzusetzen.

          Manfred Schäfers
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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