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Schuhverkäufer Dominik Kossack : „Ich bin ein Krisenopfer“

  • -Aktualisiert am

Auf Arbeitssuche: Verkäufer Dominik Kossack im Schuhgeschäft in Frankfurt Bild: Lando Hass

Die Corona-Krise hat Hunderttausende Arbeitsplätze vernichtet. Auch Schuhverkäufer Dominik Kossack wird jetzt arbeitslos. Ein Gespräch über die letzten Tage im alten Job, Abfindungen und eine Stellensuche in schwierigen Zeiten.

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          Herr Kossack, Sie arbeiten als Schuhverkäufer in Frankfurt, aber Ihre Filiale schließt Ende des Jahres. Warum eigentlich?

          Das Geschäft ist nach dem Lockdown ab Mai einfach nicht angelaufen. In den Sommerferien hofften wir noch, dass es vielleicht an der Urlaubszeit liegt. Aber es kam auch danach nicht in Gang. Unsere Filiale liegt in der Nähe der Messehallen, aber die Messen sind ja geschlossen, da fehlen uns die ausländischen Besucher. Gerade Asiaten haben immer gut gekauft und Geld hier gelassen. Wir haben auch große Einbußen im Businessbereich, weil die Leute halt Home-Office machen, die brauchen gerade keine Business-Schuhe. Deshalb hatten wir alle schon geahnt, dass es zu Ende geht.

          Wann genau ist Schluss?

          Der Laden schließt am 31. Dezember offiziell, der letzte verkaufsoffene Tag ist am 5. Dezember. Danach wird nur noch zurückgebaut, denn die Räume müssen am Ende des Jahres leer sein.

          Müssen Sie beim Abbau noch mithelfen?

          Ja. Was genau wir da machen sollen, wurde uns noch nicht gesagt. Ich nehme an, es geht darum, die restliche Ware in die anderen Filialen zu verschicken. Meine Bereichsleiterin peilt für den Rückbau zehn Tage an. Am 15. Dezember ist dann wohl Schluss für mich, die restlichen zwei Wochen werden wir wahrscheinlich freigestellt.

          Bekommen Sie eine Abfindung?

          Nein, aber dafür zum ersten Mal in meinem Leben eine „Anwesenheitsprämie“ wenn wir die letzten drei Monate bis Jahresende noch hier bleiben. Das ist grob ein 13. Monatsgehalt. Ich finde das okay, aber reich werde ich davon nicht. Jetzt ist ja Weihnachtszeit und wer weiß, was im Januar für Rechnungen kommen.

          Haben Sie schon eine neue Stelle in Aussicht?

          Nein, noch nicht.

          Haben Sie schon gesucht?

          Ich habe mich vorletzte Woche hier beim Saturn beworben, da hat mir ein Kollege den Tipp gegeben, dass die Mitarbeiter suchen. Deshalb habe ich eine Bewerbungsmappe fertig gemacht und sie dem Bereichsleiter gegeben. Er hat mir aber gleich gesagt, dass er im Moment viel auf dem Schreibtisch hat und es ein paar Tage dauern wird. Bis jetzt habe ich auch noch nichts gehört.

          Würden Sie bei Saturn mehr oder weniger Geld verdienen?

          Das weiß ich nicht, darüber haben wir uns noch nicht unterhalten. Allerdings leite ich hier ein Team von sieben Leuten, ich mache den Dienstplan und die Stundenabrechnung, und beim Saturn habe ich mich als normaler Verkäufer beworben, die suchen gerade keine Teamleiter. Deshalb wird es am Anfang wohl weniger sein. Allerdings habe ich es bisher immer geschafft, mich nach oben zu arbeiten. Ich habe keine Angst davor, mir die Finger schmutzig zu machen und bleibe auch eine oder zwei Stunden länger, wenn Not am Mann ist.

          Sie sind jetzt 41 Jahre, was haben Sie bisher gemacht?

          In der Schule war ich faul und bin nach der neunten Klasse abgegangen. Irgendwann habe ich dann ein Berufsvorbereitungsjahr und meinen Führerschein gemacht. Ein Nachbar von mir hat bei einem Sicherheitsdienst gearbeitet, dort habe ich nachts als Pförtner angefangen. Da bin ich bei Wind und Wetter raus und habe meine Runden gedreht. 20 Tage im Monat, immer zwölf Stunden am Stück, oft auch sonntags und an Feiertagen. Damals habe ich 18,50 Mark die Stunde verdient, das war gut in Ordnung für jemanden, der keine Ausbildung hat. Ich habe mich gut angestellt und wurde Revierfahrer, später sogar Wachleiter in der Zentrale. Das habe ich fast acht Jahre gemacht.

          Warum haben Sie aufgehört?

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