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Reichtumsforschung : Amerika diskutiert über Ungleichheit

Kämpferin für mehr Umverteilung: die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Elizabeth Warren Bild: AP

Anti-Milliardärs-Rhetorik erfreut sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wachsender Beliebtheit. Die Debatte wird von drei französischen Wirtschaftsforschern befeuert, die dabei trickreich vorgehen.

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          Seit der letzten Fernsehdebatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber in diesem Jahr weiß eine interessierte Öffentlichkeit eines genau: Kandidat Pete Buttigieg hat an einem Spender-Treffen in einem exklusiven Weinkeller im Napa Valley mit vermutlich ziemlich reichen Persönlichkeiten teilgenommen. Der Wein koste dort 900 Dollar die Flasche, das Lokal sei voll mit edlem Kristall, schimpfte Konkurrentin Elizabeth Warren. „Überlegt mal, wer zu so was geht“, sagte sie und schloss: „Milliardäre in Weinkellern sollen nicht den nächsten Präsidenten bestimmen.“

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Anti-Milliardärs-Rhetorik hat Konjunktur im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Jeder Milliardär sei ein Ausdruck politischen Versagens, schallt es aus der Anhängerschaft von Warren und dem linken Bernie Sanders. Drei französische Ökonomen sind nicht unschuldig an dieser Entwicklung. Sie heißen Thomas Piketty, Emmanuel Saez und Gabriel Zucman. Alle drei genießen wegen wissenschaftlicher Durchbrüche in ihren Forschungsgebieten einen guten Ruf in den Fachkreisen. Mit ihren durchaus sperrigen Büchern haben sie dem wachsenden Eindruck der Amerikaner, dass die Ungleichheit dramatisch gewachsen ist, die wissenschaftliche Weihe gegeben.

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