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Sanktionen gegen Russen : Dürfen Oligarchenvillen zu Flüchtlingsheimen umfunktioniert werden?

Anwesen von Oligarch und Putin-Freund Alisher Usmanow am Tegernsee. Bild: SZ Photo

Die eingefrorenen Luxusobjekte der wirtschaftlichen Elite Russlands wecken Wünsche, die Superreichen für das Unrecht und Leid geflohener Ukrainer bezahlen zu lassen. Doch rechtlich gesehen ist das gar nicht so einfach.

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          Oligarchenyachten zu Rettungsbooten, Villen russischer Milliardäre zu Flüchtlingsunterkünften. Die eingefrorenen Lu­xusobjekte eines Roman Abramowitsch, Alisher Usmanow und anderer Mitglieder der wirtschaftlichen Elite Russlands wecken Wünsche, die Superreichen für das Unrecht und Leid geflohener Ukrainer bezahlen zu lassen. Von einem Akt „poetischer Gerechtigkeit“ spricht der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan. Der Labour-Politiker kann sich vorstellen, leer stehende Immobilien russischer Oligarchen in der Hauptstadt beschlagnahmen zu lassen, damit Flüchtlinge aus der Ukraine dort einziehen können.

          Katja Gelinsky
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin

          Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) fände es gut, Luxusyachten des russischen Jetsets einzukassieren, damit die Seenotretter von „Sea Watch“ damit Flüchtlinge aus dem Mittelmeer retten können. Selbst Liberale wie der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Alexander Graf Lambsdorff kritisieren, man habe bislang „ein sehr ju­ristisches Verständnis von Sanktionen“ ge­habt. Manche russische Oligarchen hätten „in Berlin riesigen Immobilienbesitz“: „Wenn wir nicht sicher sind, wo das Geld herkommt, mit dem Immobilie X finanziert worden ist, dann werden wir Immobilie X requirieren.“

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