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Häuserpreise in San Francisco : Diese Hütte kostet 2,5 Millionen Dollar

  • -Aktualisiert am

Luftaufnahme der unbewohnbaren Hütte, die in San Francisco für 2,5 Millionen Dollar zum Verkauf steht. Bild: AFP

In San Francisco steht eine verfallene Hütte zum Verkauf – für 2,5 Millionen Dollar. In der Tech-Metropole wird es immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Das liegt auch an denen, die schon da sind.

          In San Francisco steht eine verfallene, unbewohnbare Hütte zum Verkauf. Wer Interesse an der Bruchbude hat, muss tief in die Tasche greifen: 2,5 Millionen Dollar (2,2 Millionen Euro) verlangt das Maklerbüro Coldwell Banker für die Immobilie im Stadtteil Potrero Hill. Damit liegt der Preis sogar deutlich über dem Medianwert von Häusern in der kalifornischen Großstadt. Der liege bei 1,38 Millionen Dollar, berichtet die Webseite „SFGate“. Die Maklerin Anne Laury preist das Angebot als „einmalige Gelegenheit, um das nächste Kapitel“ in der Geschichte San Franciscos zu erleben.

          Grund für den hohen Preis dürfte allerdings nicht die Bausubstanz sein. Denn enthalten im Kauf ist auch die Genehmigung zum Abriss der Hütte und zum Bau eines neuen Gebäudes, das die Nachbarschaft um ein Stockwerk überragen darf.

          In San Francisco ist das eine Seltenheit. Die Stadt platzt zwar aus allen Nähten, Häuserpreise sind in den letzten Jahren explodiert, auch weil die Tech-Branche im nahegelegenen Silicon Valley boomt. Doch große Neubauprojekte sucht man in San Francisco vergeblich. Ein Grund dafür ist ein Phänomen, das in Amerika als „NIMBY“ bekannt ist. NIMBY steht für „not in my backyard“, nicht in meinem Hinterhof. Viele Stadtbewohner wollen nicht, dass ihre Nachbarschaft dichter besiedelt wird. Sie wehren sich gegen tiefgreifende Veränderungen im Stadtbild, die möglicherweise den Wert ihrer eigenen Immobilien senken, aber helfen würden, den Druck vom Wohnungsmarkt zu nehmen.

          Die Maklerfirma preist den Kauf der Immobilie als „einmalige Gelegenheit“ an. Bilderstrecke

          In San Francisco ist dieses Phänomen besonders verbreitet. Die Stadt hat sehr strenge Regeln für Baugenehmigungen, die verhindern, dass neue Häuser zum Beispiel mehr als 12 Meter hoch werden oder ihren Schatten auf einen Park werfen. Viele kleine Gebäude in zentraler Lage sind zudem denkmalgeschützt und dürfen nicht abgerissen werden, obwohl der Platz dringend gebraucht würde. Der Charakter der Stadt soll so bewahrt werden – doch dort zu leben können sich nur noch die Tech-Millionäre leisten.

          Deshalb wächst San Francisco für eine wirtschaftliche Metropole sehr langsam, obwohl der ökonomische Anreiz mehr Wohnungen zu bauen angesichts steigender Mieten und Häuserpreise da ist. Im vergangenen Jahr lebten in San Francisco etwa 880.000 Menschen. Im Jahr 1950 waren es schon 780.000. Seit Jahren ziehen sogar mehr Menschen aus San Francisco weg, als neu hinzukamen. Trotzdem stieg die Obdachlosigkeit allein in den vergangenen zwei Jahren um 17 Prozent.

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