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F.A.Z. exklusiv : Jeder Fünfte kann sich gesunden Lebensstil nicht leisten

Eine Frau joggt vor dem Sonnenaufgang. Bild: dpa

Schlechte Ernährung und zu wenig Sport erhöhen das Risiko, eine chronische Krankheit zu erleiden. Warum also leben die Deutschen nicht gesünder? Eine neue Studie gibt Antworten.

          2 Min.

          Rückenschmerzen, Asthma, Depressionen – 45 Prozent der Deutschen leiden nach eigenen Angaben unter mindestens einer chronischen Krankheit. Diese gehen zum Teil mit einem ungesunden Lebensstil einher. Eine schlechte Ernährung sowie zu wenig Bewegung können erwiesenermaßen das Risiko deutlich erhöhen, beispielsweise Altersdiabetes oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden. Warum also leben die Menschen in Deutschland nicht gesünder?

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC zeigt, die der F.A.Z. vorab vorlag, gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen der sozialen und der gesundheitlichen Lage der Deutschen. Ein Fünftel (18 Prozent) gab an, dass für sie ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und genügend Sport, etwa in einem Fitnessstudio, nicht bezahlbar sei. Auch mögliche soziale Isolation spielt eine Rolle, wie 14Prozent der Befragten bestätigten.

          Nikotinsucht und Zeitmangel

          „Bei der Vorbeugung von Krankheiten sind viele Menschen in Deutschland zu stark auf sich allein gestellt, sodass es noch nicht gelingt, gleiche Gesundheitschancen für alle zu schaffen“, sagt Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC. Als größte Hürden für einen gesunden Lebensstil erwiesen sich zu wenig Schlaf, fehlende Motivation und Nikotinsucht. Ein Fünftel nannte aber auch Zeitmangel als Grund.

          Die gute Nachricht ist: Die Deutschen sind durchaus bereit, mehr Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. Zwei Drittel der 1000 Befragten sehen diese zunächst bei sich selbst. Allerdings scheint ihnen das Wissen über gesunde Verhaltensweisen, über Bewegung, Ernährung und die Folgen des Rauchens zu fehlen. 30 Prozent zeigen sich überzeugt, dass sie gesünder leben würden, wenn sie besser informiert wären. Die vielen Präventionskampagnen etwa der gesetzlichen Krankenkassen kämen bei den Bürgern offenbar noch nicht an, schließt PwC daraus. Knapp die Hälfte wünscht sich zusätzlich zu ihrem Arzt aber auch Unterstützung von ihrer Krankenkasse, um mehr für die eigene Gesundheit zu tun.

          Gesundheitsapps und Wearables wie Smartwatches könnten der Beratungsgesellschaft zufolge Menschen zu einem gesunden Lebensstil motivieren und eine wichtige Hilfe sein. In der Befragung gab jedoch fast jeder Zweite an, dafür bislang gar keine technischen Hilfen zu nutzen. Lediglich 35 Prozent setzen ihr Smartphone ein, um im Internet nach Informationen zu suchen und lediglich 17 Prozent verwenden Apps.

          Die Skepsis sei überraschend und womöglich darauf zurückzuführen, dass es in dem Markt schwer sei, den Überblick zu behalten, heißt es von PwC. Womöglich machten sich die Bürger Sorgen um ihre Daten. Das deutsche Gesundheitssystem brauche jedoch „dringend den mündigen Patienten“, sagt Burkhart. „Dafür müssen wir ihm die richtigen Informationsquellen und Technologien zur Verfügung stellen.“

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