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Meinung der Ökonomen : Hartz IV und das deutsche „Jobwunder“

Ökonomen sehen einen Vorteil darin, dass der Arbeitsmarkt durch Minijobs flexibilisiert und liberalisiert wird. Bild: dpa

Hartz IV steht in der Kritik. Fragt man Ökonomen, kommen die zu anderen Schlüssen: Die Arbeitslosigkeit sei vor allem wegen Hartz IV gesunken, meinen die meisten. Doch einer sieht das anders.

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          In der Bevölkerung, besonders auf der Linken, sind die Hartz-Reformen bis heute umstritten. Doch unter Ökonomen gibt es eine breite Mehrheit, die sie unterstützen und den Reformen einen großen Beitrag im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit beimessen. Aber es gibt auch Ausnahmen, etwa Peter Bofinger: „Liebe SPD, Ihr könnt Hartz IV getrost entsorgen. Es ist nicht mehr als eine ökonomische Quacksalberei, für die es keine überzeugende empirische Evidenz gibt“, textete der auf Vorschlag der Gewerkschaften im Rat der Wirtschaftsweisen sitzende Würzburger Professor kürzlich auf Twitter. Das war starker Tobak. Gleich gab es harten, teils wütenden Widerspruch von Kollegen.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Aus ihrer Sicht brachten die Hartz-Reformen die entscheidende Trendwende, nachdem die Arbeitslosigkeit in Deutschland zuvor seit den siebziger Jahren gestiegen war. Mit jeder Rezession erhöhte sich der Sockel an Arbeitslosen. Und nach der Wiedervereinigung, als im Osten Tausende marode Betriebe aufgelöst wurden, gab es Massenarbeitslosigkeit. 2005, als Hartz IV in Kraft trat und das Arbeitslosengeld II die alte Arbeitslosenhilfe ablöste, waren mehr als 11 Prozent arbeitslos.

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