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Welthungerhilfe-Index : 795 Millionen Menschen hungern

Im Tschad ist die Situation laut Welthungerhilfe besonders ernst. Bild: dpa

Auch wenn die Entwicklungsländer Fortschritte erzielen: 795 Millionen Menschen auf der Erde hungern. Das zeigt ein neuer Bericht der Welthungerhilfe. Die Gründe sind vielfältig.

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          Die Entwicklungsländer erzielen Fortschritte im Kampf gegen den Hunger, aber immer noch hungern 795 Millionen Menschen. Zudem gelten 8 Prozent der Kinder als ausgezehrt. Wie aus dem Bericht zum Welthunger-Index 2016 hervorgeht, ist in 50 Ländern die Situation „ernst“ oder „sehr ernst“. Die meisten der sieben Länder mit „sehr ernsten“ Werten liegen in Afrika südlich der Sahara. Im vorliegenden Bericht wird zwar kein Land in die Kategorie „gravierend“ eingestuft, das bedeutet aber nicht, dass es das nicht gibt. So konnte für 13 Länder kein Wert errechnet werden. Aufgrund der Daten und Berichte internationaler Organisationen geht man davon aus, dass die Lage in Syrien, Burundi, Kongo, Eritrea, den Komoren, Libyen, Papua-Neuguinea, Somalia, Sudan und Südsudan ernst ist.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Im Tschad und der Zentralafrikanische Republik deuten extrem hohe Indexwerte auf eine besondere Hungersituation, zugleich sind dort die Fortschritte im Laufe der Jahre sehr gering. „Die Lage in diesen beiden Ländern verdeutlicht, dass trotz erheblicher Fortschritte bei der weltweiten Hungerbekämpfung gewaltsame Konflikte, schlechte Regierungsführung und negative Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft nach wie vor Hunger verursachen und ein Aktionsplan zur Umgestaltung unserer Welt dringend erforderlich ist“, heißt es.

          Der Bericht wird vom Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI), Concern Worldwide und der Welthungerhilfe herausgegeben. Er zeigt auch Verbesserungen. Von 2000 bis 2016 konnten 22 Länder ihre Hungerwerte um mindestens die Hälfte nach unten drücken. Dazu gehören Ruanda, Kambodscha und Myanmar, wo die Lage vorher besonders übel war.

          „Hunger ist der größte vermeidbare Skandal auf unserem Planeten“, meinte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Die Weltgemeinschaft hat sich vorgenommen, Hunger und Armut auf der Erde bis 2030 komplett zu beseitigen.

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