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Kommentar : Neue Unterschicht

Die Mittelschicht schrumpft, zeigt eine neue Studie. Das hat verschiedene Gründe. Der Zerfall der klassischen Familie und geringqualifizierte Zuwanderung gehören dazu.

          Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer - so weit das Klischee. Nötig ist ein differenzierter Blick auf die Einkommensverteilung. Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die über längere Zeit zum Bröckeln der Mittelschicht geführt haben. Ein Grund war, dass geringqualifizierte Zuwanderer zum Wachsen einer neuen Unterschicht führten. Ein anderer Grund ist der Zerfall der klassischen Familie: Mehr Singles und mehr Alleinerziehende tauchen in der Statistik in der Einkommensunterschicht auf.

          Der technologische Wandel führt ebenfalls zu einer Spreizung der Einkommensverteilung - während hochqualifizierte Fachkräfte umworben sind, werden einfache Arbeiten wegrationalisiert. Die neue DIW-Studie zur Mittelschichte in einem längerfristigen Vergleich spiegelt all diese Faktoren wider.

          Unklar ist jedoch, wie sich die Mittelschicht in jüngster Zeit entwickelt hat. Andere Studien zeigen, dass etwa seit 2005, als der Beschäftigungsaufschwung begann, das Abschmelzen der Mittelschicht und die Zunahme der Einkommensungleichheit gestoppt wurden. Die jüngste Immigrationswelle hingegen wird in den kommenden Statistiken zu einem Anwachsen der Armut führen.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

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