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Ruf nach neuer Umverteilung : Attacke auf die Reichen!

Hollywood prägt das Bild der Reichen: Leonardo di Caprio in „The Wolf of Wall Street“ als wunderbares Beispiel dafür, dass Wohlhabende in Filmen meist betrügerisch und dekadent wirken. Bild: Picture-Alliance

Jeder zweite Deutsche hält Reiche für rücksichtslos und gierig. Jeder zweite Berliner will Hauseigentümer enteignen. Die SPD prescht mit Umverteilungsplänen vor. Was ist in Deutschland los?

          7 Min.

          Sarah ist Putzfrau. Für 12 Euro Stundenlohn auf die Hand macht sie im Hochtaunuskreis die Häuser von Wohlhabenden sauber. Es überrascht nicht wirklich, dass sie von den Reichen im Land keine hohe Meinung hat. „Viele sind hochnäsig und sich zu fein, um selbst zu putzen“, sagt sie. Man könne zwar nicht alle über einen Kamm scheren, aber sie kenne viele Reiche, „die sind geizig und geben für andere keinen Cent aus“.

          Christoph Schäfer

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und Finanzen Online.

          Nicht nur Sarah denkt so kritisch, die Mehrheit der Deutschen beurteilt ihre vermögenden Landsleute überaus negativ. Das haben repräsentative Umfragen der Institute Allensbach und Ipsos Mori ergeben. So bekamen 1000 Teilnehmer eine Liste mit 14 Eigenschaften vorgelegt, die von „ehrlich“ bis „gierig“ reichten. Die Befragten sollten sagen, welche dieser Eigenschaften man besonders oft bei reichen Leuten finde. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: 62 Prozent der Deutschen halten Reiche für egoistisch, 56 Prozent für materialistisch und 50 Prozent für rücksichtslos. Weitere 49 Prozent finden Reiche gierig und 43 Prozent überheblich. Erst danach nennen die Teilnehmer auch positive Eigenschaften wie fleißig (42 Prozent), wagemutig (41) und intelligent (40).

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