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Kommentar : So geht Gerechtigkeit am deutschen Arbeitsmarkt

Mit seinem Wahlspruch ist Martin Schulz grandios gescheitert. Bild: dpa

Viele Menschen suchen sich neben ihrem Hauptberuf noch einen Minijob – zahlen darauf aber weder Steuern noch Abgaben. Dieses Privileg gehört gestrichen, denn es ist höchst unfair.

          Martin Schulz hat mit seinem Gerechtigkeitswahlkampf gehörig Schiffbruch erlitten. Auch wenn die plumpe Alles-wird-immer-schlimmer-Rhetorik der Sozialdemokraten bei der Mehrheit der Wähler nicht verfangen hat – auch am rekordträchtigen deutschen Arbeitsmarkt läuft nicht alles optimal. Minijobs als Nebentätigkeiten sind ein gutes Beispiel.

          Viele Menschen nutzen die derzeit hervorragende Lage und suchen sich neben ihrem Hauptberuf noch einen Minijob, was individuell verständlich und volkswirtschaftlich sinnvoll ist. Nicht nachvollziehbar ist allerdings, dass die Beschäftigten auf diese Einnahmen bis zu 450 Euro im Monat weder Steuern noch Abgaben zahlen müssen. Damit wird dieser Lohn gegenüber der normalen Überstunde bevorzugt.

          Das Privileg rührt noch aus den dunklen Zeiten der Hartz-Reformen her, als die Losung im Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit „Arbeit um jeden Preis“ lautete. Doch das ist – zum Glück – längst Geschichte. Deshalb gehört das Nebenjob-Privileg gestrichen – verbunden mit einer überproportionalen Entlastung kleiner Einkommen, damit sich Arbeit im Hauptberuf stärker lohnt. So ginge Gerechtigkeit am deutschen Arbeitsmarkt.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für Unternehmen.

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