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BMW-Großaktionär Quandt : Schützt das Privateigentum!

  • -Aktualisiert am

Stefan Quandt auf einem Bild aus 2013 Bild: dpa

Die Angriffe auf das Privateigentum häufen sich. Damit wird ein zentraler Verfassungskonsens attackiert. Dieser Trend ist gefährlich. Ein Gastbeitrag.

          7 Min.

          Vor einem Monat ist unser Grundgesetz 70 Jahre alt geworden. Wir dürfen mit Freude und auch in Dankbarkeit auf dieses wichtige Datum unserer Geschichte blicken. Unser Grundgesetz garantiert seit nunmehr sieben Jahrzehnten ein Leben in Frieden, Freiheit und auch Sicherheit. Das Grundgesetz hat – obwohl es keine exakte Festlegung auf eine bestimmte Wirtschaftsordnung trifft – auch den Grundstein für eine leistungsfähige und innovative Wirtschaft in Deutschland gelegt. Es hat Stabilität gegeben und dadurch eine Verlässlichkeit geschenkt, auf der eine Saat des Vertrauens in die Zukunft aufgehen konnte.

          Rückblickend kann man sagen: Wir sind mit den Freiheitsgraden und der Offenheit, die unsere Verfassung ermöglicht, in all den Jahren sehr gut gefahren. Dies gilt auch für die Wirtschaft, in der demokratische Wertvorstellungen in Form von Instrumenten der Mitbestimmung und Konzepten des Interessenausgleichs bereits seit den fünfziger Jahren über das Betriebsverfassungsgesetz Eingang in die Unternehmen fanden. 1979 legte schließlich das Bundesverfassungsgericht in einem Grundsatzurteil fest, dass Arbeitnehmern das Recht zustehe, angemessen an Unternehmensentscheidungen beteiligt zu werden. Gleichzeitig wurden im Gesetz aber auch die ultimativen Eigentumsrechte der Aktionäre anerkannt und in Form des Doppelstimmrechts des Aufsichtsratsvorsitzenden gewahrt. Dieses Ergebnis ist mit dem Kompass des Grundgesetzes angestrebt, ausgehandelt und erreicht worden. Umso mehr überrascht es mich, dass wir mit den Diskussionen über Enteignung, Umverteilung und Kollektivierung nun Debatten über Themen führen, die uns vom Geist des Grundgesetzes und seiner Erfolgsgeschichte entfernen.

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